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Aus der Stadt Hannover tanzt sich ins neue Jahr
Hannover Aus der Stadt Hannover tanzt sich ins neue Jahr
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23:00 02.01.2011
Verlegt in die Eilenriedehalle: Beim Ernst-August-Groove herrscht ausgelassene Partystimmung – zumindest innen.
Verlegt in die Eilenriedehalle: Beim Ernst-August-Groove herrscht ausgelassene Partystimmung – zumindest innen. Quelle: Nancy Heusel
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Die Lage vor und in der Eilenriedehalle ist gegen 21 Uhr noch entspannt. Nichts ist zu sehen von Gedränge und Chaos. An Eingang und Garderobe sind noch keine Wartezeiten zu verzeichnen. Aus der sich langsam füllenden Halle deutet vor allem laute Musik auf die Party hin, die hier stattfinden soll. Die Tanzfläche vor dem Pult des Diskjockeys ist zunächst komplett verwaist. Als sich der Erste traut, Füße und Hüften zu bewegen, ziehen jedoch schnell die nächsten nach. Die Party kommt in Gang – wenn auch streckenweise anders, als die Organisatoren gedacht hatten. Am Eingang gab es heftige Konflikte.

Am frühen Abend aber sind Boris Bütehorn und Ricky Fernandes von der Veranstaltungsagentur Sceneevents froh, dass überhaupt eine Feier steigt. Seit März hätten sie die für die Ernst-August-Galerie vorgesehene Silvestersause geplant, sagen sie. Am Donnerstag erhielten sie die Absage, weil laut Center-Managerin Catharina Schubert mehrere Fristen im Genehmigungsverfahren verstrichen sein sollen. „Innerhalb von acht Stunden haben wir eine neue Veranstaltung geplant“, stellen die Organisatoren fest. Sie wirken müde, aber auch ein bisschen stolz. „Das war sehr viel Stress, wir sind aber froh, dass wir es trotzdem gewuppt haben“, bestätigt Bütehorn.

Dass die Veranstaltung so kurzfristig verlegt wurde, habe sich schnell rumgesprochen, sagt Bütehorn. Für diejenigen, die die Nachricht nicht erreicht hatte, setzten die Veranstalter fünf Shuttlebusse ein, die zwischen Ernst-August-Galerie und Eilenriedehalle pendelten. Trotzdem hätten viele der Gäste aber lieber in der Einkaufsgalerie neben dem Bahnhof gefeiert. „Es wirkt alles ein bisschen provisorisch“, stellt Sabrina Schlöter beim Blick durch die große Halle fest. Mit Freundin Nicole Woykos stößt sie an einem der Stehtische auf die bevorstehende Party an. Die erste Enttäuschung hat das Duo da bereits hinter sich. Sie hätten sich extra VIP-Karten für die Ernst-August-Galerie besorgt und auf eine entsprechend exklusive Umgebung gehofft, berichten die beiden. Der VIP-Bereich in der Eilenriedehalle entspricht dagegen nicht ihren Vorstellungen. „Wir machen jetzt das Beste draus“, gibt sich die 25-jährige Schlöter pragmatisch.

Gegen 22 Uhr füllt sich der Bereich vor dem Eingang der Halle dann deutlich – mit für viele Gäste ärgerlichen Nebenwirkungen. Große Gruppen erscheinen gleichzeitig. Bereits die Stadtbahn in Richtung Eilenriedehalle sei vollkommen überfüllt gewesen, berichteten Partygäste nach der Feier. Vor dem Eingang seien die Sicherheitskräfte völlig überfordert gewesen. Ein 28-Jähriger aus Peine sagt, er und seine Begleiter seien angesichts der Tumulte und trotz vorab gekaufter Eintrittskarten gerade noch rechtzeitig weggekommen. Den Jahreswechsel habe die Runde schließlich an einer Tankstelle am Pferdeturm verbracht, bevor es mit dem Taxi nach Hause gegangen sei. „Der Abend war dann auch gelaufen.“

Veranstalter Bütehorn wird später behaupten, die Polizei habe „ein bisschen Mist gebaut“, weil Beamte die Sperrgitter vor dem Eingang weggenommen hätten. Dadurch sei die Menge gegen die Türen gedrückt worden. Erst als die zweite Abteilung Polizisten gekommen sei, habe sich das Gedränge aufgelöst. Sicherheits­chef Tirhan Yavsan bemängelt, die Polizei sei überfordert gewesen. Unter anderem habe es zunächst kein Megafon gegeben, um die Menge über die schwierige Lage aufzuklären. Sein eigenes Megafon habe er aber auch nicht dabei gehabt, räumte Yavsan ein: „Ich hätte es an dem Abend gebraucht.“

Ungenutzte Eintrittskarten können nach Angaben der Veranstalter am Montag ab 12 Uhr in der Ernst-August-Galerie neben dem Hauptbahnhof zurückgegeben werden.

Sebastian Harfst

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