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Aus der Stadt Marquess und Kunze werben für Organspenden
Hannover Aus der Stadt Marquess und Kunze werben für Organspenden
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19:24 06.06.2015
So kann man auch für Organspenden werben: Marquess tritt bei der Veranstaltung auf. Quelle: Wilde
Hannover

Der Tag steht unter dem Motto "Richtig. Wichtig. Lebenswichtig." Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Marktkirche hat in Hannover der Tag der Organspende begonnen. Prof. Axel Haverich von der MHH räumte darin selbskritisch ein, dass Ärzte in der Vergangenheit Fehler bei der Vergabe von Spenderorganen gemacht hätten. Zugleich beklagte er die niedrige Zahl von Organspenden in Deutschland.

Anschließend gab es am Kröpcke den ganzen Tag über Aktionen und Gesprächsrunden zum Thema Organspende. Dabei traten auch Stars wie Heinz Rudolf Kunze, Marquess und Mary Roos auf, um für Organspenden zu werben.

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Der bundesweite Tag der Organspende wurde am Kröpcke mit Livemusik von prominenten Künstlern gefeiert.

Organspendausweis entlastet Angehörige

Die eigene Haltung zum Thema Organspende sollte man möglichst schriftlich festhalten. Dazu haben Politiker, Verbände und Prominente am Samstag in Hannover aufgerufen. Dort fand die zentrale Veranstaltung zum Tag der Organspende statt. „Man sollte auch immer bedenken, dass man auch Angehörige entlastet“, sagte Axel Rahmel, der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organspende (DSO).

Ohne schriftliche Erklärung - beispielsweise auf einem Organspendeausweis - seien trauernde Verwandte nach dem Tod eines Menschen auch noch damit konfrontiert, ob Organe gespendet werden sollen. Rahmel wies darauf hin, dass sich unsichere Angehörige meist gegen eine Organspende entscheiden. Aber auch ein klares „Nein“ zur Organspende sollte festgehalten werden.

Es sei wichtig, sich überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen, sagte die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD). Jeder Mensch könne ohne jede Vorwarnung schwer erkranken und auf ein überlebenswichtiges Spenderorgan angewiesen sein. Sie forderte die Menschen auf, sich einen Ausweis zu holen.

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hatten 35 Prozent der Befragten zuletzt einen Organspendeausweis. 2013 waren es noch 28 Prozent. 80 Prozent der Befragten stehen einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber.

Nach Manipulationen an Wartelisten wie etwa 2012 in Göttingen war die Spendenbereitschaft deutlich zurückgegangen. In den ersten fünf Monaten 2015 war die Zahl der Organspender erstmals seit Jahren wieder gestiegen - bundesweit um fünf Prozent auf 375 (ohne Lebendspender). Dennoch warten mehr als 10 000 schwer kranke Menschen in Deutschland auf eine Transplantation, die meisten von ihnen auf eine neue Niere.

„Niemand kann zufrieden sein“, sagte Rahmel. Überall auf der Welt gebe es zu wenig Spenderorgane. „In Deutschland ist es natürlich eklatant.“ Mit einer Spende könne man bis zu sieben Menschen das Leben retten. „Was für eine unglaubliche Möglichkeit.“

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 3000 Menschen in Deutschland durch Organspenden gerettet. Unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“ soll der bundesweite Tag der Organspende daran erinnern, dass es aber immer noch zu wenige Spender gibt. Einige Empfänger bedankten sich in einer gemeinsamen Aktion für ihre neuen Organe. Ihnen wurden insgesamt 643 Lebensjahre geschenkt. Auch Stars wie der Liedermacher Heinz Rudolf Kunze hatten sich angekündigt.

dpa

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