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Aus der Stadt Hannover wächst – Umland schrumpft
Hannover Aus der Stadt Hannover wächst – Umland schrumpft
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21:54 12.04.2012
Von Conrad von Meding
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Neues Rathaus in Hannover: Immer mehr Menschen wollen nach Hannover. Quelle: HAZ
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Hannover

Dort soll es bis 2025 einen Rückgang um durchschnittlich 2,1 Prozent geben. So jedenfalls sieht es die „Bevölkerungsprognose 2012 bis 2020/2025“, die von Stadt- und Regionsverwaltung gemeinsam erarbeitet worden ist.

Für die Region als Gesamtheit sieht die Prognose eine nahezu ausgeglichene Bevölkerungsentwicklung (minus  0,1 Prozent bis 2025). Der seit Jahren spürbare Trend zum Großstadtwohnen aber soll der Landeshauptstadt ein Plus von fast 12 000 Menschen bescheren, während in den 20 Umlandstädten bald gut 13 000 Menschen weniger leben könnten. Besonders betroffen: Garbsen, Barsinghausen und Neustadt. In vielen dörflichen Ortsteilen geben schon jetzt Einzelhändler und Ärzte auf, weil dort nicht mehr genug Menschen leben. Wachsen sollen im Umland hingegen die Städte Langenhagen und – abgeschwächt – auch Sehnde.

Der Prozess hat Auswirkungen auch auf die Zahl der Erwerbsfähigen. In Hannover soll sie bis 2025 zwar leicht ansteigen (plus 0,5 Prozent, das entspricht 1600 Erwerbsfähigen). Im Umland sinkt sie rapide (minus 6,1 Prozent, das entspricht 22 700). Für die Gesamtregion bedeutet das einen Rückgang um rund drei Prozent bei der arbeitsfähigen Bevölkerung.

Ursache für die Veränderungen sind vor allem langfristige Wanderungsbewegungen. Während immer weniger Menschen von Hannover in den Speckgürtel ziehen, profitiert Hannover gleichzeitig deutlich von Zuwanderungen aus ganz Deutschland und seit Mai 2011 auch verstärkt aus den östlichen Mitgliedsstaaten der EU. Zudem ist das Verhältnis von Geburten und Todesfällen in Hannover mit einem Saldo von minus 2900 deutlich ausgewogener als im Umland (minus 31 000). Und nicht zuletzt hat Hannover offenkundig attraktive Baugebiete ausgewiesen.
Interessant wird die Studie bei den Feindaten, die allerdings nur bis 2020 berechnet sind. Den Angaben zufolge wird die Bevölkerung in attraktiven Stadtteilen wie Kirchrode sogar um bis zu neun Prozent steigen, wegen großer Neubaugebiete wachsen auch Stadtteile wie Limmer (plus 8,8 Prozent), Bemerode (plus 5,7 Prozent) und Ahlem (plus 4,7 Prozent).

Bauen mag allerdings noch keiner auf diese Zahlen. Die Empiriker sind von der Entwicklung offensichtlich selbst überrascht worden – bis vor wenigen Jahren war Hannover noch eine sinkende Bevölkerung vorausgesagt worden. In der Vorgängerstudie von 2008 hatten die gleichen Fachabteilungen der Landeshauptstadt bis 2020 einen Bevölkerungsrückgang um 5000 Menschen prognostiziert. Davon ist jetzt keine Rede mehr.

Gesamte Studie zum Download:

12.04.2012
Andreas Schinkel 12.04.2012
Mathias Klein 12.04.2012