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Aus der Stadt Hannover wartet auf die Lokomotive
Hannover Aus der Stadt Hannover wartet auf die Lokomotive
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10:23 16.03.2012
Von Andreas Schinkel
Foto: Die „D 180“ ist quasi von Kopf bis Fuß auf Hannover eingestellt, aber wegen der Herstellerinsolvenz in Österreich auf der Strecke geblieben.
Die „D 180“ ist quasi von Kopf bis Fuß auf Hannover eingestellt, aber wegen der Herstellerinsolvenz in Österreich auf der Strecke geblieben. Quelle: Archiv
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Hannover

Man könnte sagen: kein Licht am Ende des Tunnels. Dort sollten jetzt endlich die Scheinwerfer einer neuen Lokomotive aufleuchten, die Hannovers Verwaltung für die städtischen Häfen bestellt hat. Leider ist die Lokomotive, quasi das Zugpferd für Hannovers Häfen, auf der Strecke geblieben, oder besser: in Österreich aufs Abstellgleis geraten.

Die Herstellerfirma, die Gmeinder Lokomotivenfabrik, ist insolvent, und die Lok für Hannover hat noch nicht einmal eine Zulassung für das deutsche Streckennetz. „Die Stadt erleidet dadurch keinen finanziellen Verlust“, versichert Stadtsprecher Klaus Helmer. Eine Anzahlung sei durch eine Bankbürgschaft abgesichert, die man jetzt in Anspruch nehme. „Wir haben den Insolvenzverwalter angeschrieben, um zu erfahren, wie es weitergehen kann“, sagt Helmer.

Auch wenn die Stadt kein Geld verliert, der Schaden für die städtischen Häfen ist nicht gering. Die Lok wird dringend gebraucht, um das boomende Transportgeschäft zu bewältigen. Zwar besitzt die Hafengesellschaft bereits zehn Lokomotiven, eine elfte wäre aber „bitter nötig“, wie ein Mitglied des Hafenausschusses versichert.

Dass es kein gutes Ende nehmen würde mit dem Bahngeschäft, zeichnete sich bereits ab. Seit einem Jahr schon wartete die Stadt auf die Auslieferung ihrer Lok und wurde immer wieder vertröstet. Testfahrten müssten noch absolviert werden, und eine Genehmigung vom Eisenbahnbundesamt stünde noch aus, hieß es. Das Stahlross war keine Lok von der Stange, sondern eine Sonderanfertigung für die städtischen Häfen.

Sogar im typischen Hannover-Rot wurde sie angestrichen. Doch kurz bevor die Eisenbahnbehörde ihren Stempel auf die Zulassungspapiere drücken konnte, meldete der Hersteller Insolvenz an. Die Stadt hegt nun die schwache Hoffnung, sich möglicherweise aus der Konkursmasse bedienen zu können. Vielleicht ist sogar ein Schnäppchen drin. Zumindest dieser Zug ist noch nicht abgefahren.

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