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Aus der Stadt Hannover will Special Olympics 2016 ausrichten
Hannover Aus der Stadt Hannover will Special Olympics 2016 ausrichten
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00:25 03.11.2014
Von Andreas Schinkel
Foto: Hannover soll die Special Olympics ausrichten. Die Sportler Jörg Trute (links), Herbert Krüger (rechts) und OB Stefan Schostok sind startbereit.
Hannover soll die Special Olympics ausrichten. Die Sportler Jörg Trute (links), Herbert Krüger (rechts) und OB Stefan Schostok sind startbereit. Quelle: Rainer Surrey
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Die Goldmedaille fehlt noch in seiner Sammlung, und die will Jörg Trute möglichst in Hannover erringen. „Die Stadt ist super ausgestattet mit Sportanlagen“, sagt der 29-Jährige aus Isenbüttel. Trute könnte einer von 5000 Athleten mit geistiger Behinderung sein, die im Sommer 2016 nach Hannover reisen, um sich hier in 19 Sportarten zu messen – von Badminton über Judo, Leichtathletik und Reiten bis zum Schwimmen. Denn die Stadt bewirbt sich jetzt als Austragungsort für die Special Olympics 2016. „Wir rechnen uns gute Chancen aus“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Damit werde auch ein Signal für die Inklusion gesetzt, also für das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung.

Bekannt ist bisher, dass sich noch Magdeburg um die Ausrichtung bemüht. Schostok stellt die Vorzüge für ein hannoversches Heimspiel heraus. „Wir sind eine sportbegeisterte Stadt mit zahlreichen Leistungs- und Breitensportlern“, sagt der OB. Zudem gebe es etliche gut ausgestattete Sportstätten in der Stadt, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar seien. Die meisten Wettkämpfe könnten im Sportleistungszentrum und im benachbarten Erika-Fisch-Stadion ausgetragen werden. „Golf müssten wir wohl ins Umland verlagern, weil es im Stadtgebiet keinen Golfplatz gibt“, sagt die städtische Sportfachleiterin Heike Rudolph. Bei der Disziplin Reiten werde man mit Vereinen kooperieren.

5000 Sportler erwartet

Die Eröffnungsfeier würde in der TUI-Arena auf dem Expo-Gelände stattfinden. Nicht nur 5000 Sportler, auch 1500 Trainer und Betreuer wären vom 21. Mai bis 27. Mai 2016 unterzubringen. „Das sind besondere Herausforderungen, aber wir packen das“, sagt Hannovers Tourismus-Chef Hans Nolte. Schließlich sei Hannover eine Messe- und Kongressstadt. Man müsse dabei auch auf Bettenkapazitäten im Umland zurückgreifen. „Ein kleines olympisches Dorf bekommen wir auf jeden Fall hin“, verspricht Nolte. Der Imagegewinn für Stadt und Region Hannover sei durch eine solch prominente Veranstaltung enorm.

Die Special Olympics in diesem Jahr in Düsseldorf zogen 10.000 Zuschauer pro Tag an. Für Hannover rechnet Christine Herbrig vom Landesverband der Special Olympics mit einer ähnlich starken Resonanz. „Der olympische Geist ist in unseren Wettkämpfen deutlich zu spüren“, sagt sie. Der Bundesverband entscheidet über den Austragungsort am 14. November.

Sollte Hannover zum Zuge kommen, muss Herbert Krüger keine weite Reise auf sich nehmen. Der Braunschweiger ist wie sein Sportskollege Trute heiß auf die Wettkämpfe. Eigentlich ist Krüger ein exzellenter Schwimmer und hat bereits mehrere Medaillen geholt. In zwei Jahren will er sich aber in der Leichtathletik versuchen. „Ich trainiere für den 400-Meter-Lauf und das Kugelstoßen“, sagt der 32-Jährige. Krüger arbeitet bei der Lebenshilfe Braunschweig, wohnt alleine und benötigt lediglich einen ambulanten Betreuer. „Ich versuche, möglichst viel selbst hinzubekommen.“ Erst recht das mit der Medaille.

Wettkämpfe für alle

Die Special Olympics sind keine Spaßveranstaltung. „Es geht hier um sportliche Leistung“, betont Christine Herbrig vom Landesverband der Special Olympics. Zu zeigen, dass geistig Behinderte spannende Wettkämpfe austragen und auch gegen Sportler ohne Behinderung bestehen können, ist ebenfalls ein Ziel der Spiele. „Bei uns können auch die Bürger mitmachen“, sagt Herbrig. Bei den Sommerspielen 2016, die möglicherweise in Hannover stattfinden, werden auch sogenannte Unified-Sportangebote präsentiert.

Das bedeutet, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben und sich messen – sei es im Fußball, Badminton oder Schwimmen. „Wir achten darauf, dass die Kräfteverhältnisse ausgeglichen sind“, sagt Karola Flor, eine erfahrene Trainerin bei den Special Olympics. Alle Bewerber für einen inklusiven Wettkampf müssen trainiert sein und über Turniererfahrungen verfügen, das gilt auch für die Teilnehmer ohne Behinderung. Bei Bedarf kann das Regelwerk verändert werden, um eine Dominanz Einzelner zu dämpfen.

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