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Aus der Stadt Stadt will zahlreiche Kunstrasenplätze bauen
Hannover Aus der Stadt Stadt will zahlreiche Kunstrasenplätze bauen
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10:25 15.03.2018
Kunstrasenplätze sind belastbar, aber auch sehr teuer. Quelle: HAZ
Hannover

Hannover startet ein Programm zum Bau von Kunstrasenplätzen – und stößt auf erste Hindernisse. Die Investitionskosten für die Stadtverwaltung sind hoch, aber auch die Vereine werden zur Kasse gebeten. Sie müssen den Unterhalt der Kunstrasenplätze übernehmen und zusätzlich 10.000 Euro pro Jahr auf ein Treuhandkonto überweisen, um eine Erneuerung der Plätze in einigen Jahren zu finanzieren. „Ich kenne nur wenige Vereine, die dazu in der Lage sind“, sagt CDU-Ratsherr Arne Borstelmann. Am Ende könnten sich nur große Vereine einen Kunstrasenplatz leisten. Auch der Stadtsportbund hält die jährliche Belastung für „schwierig“. Die FDP plädiert für eine flexible Lösung bei der Kostenbeteiligung von Vereinen. Die SPD erinnert daran, dass die Stadt die gesamten Investitionskosten übernimmt. „Es ist klar, dass Vereine einen Beitrag leisten müssen“, sagt SPD-Sportpolitiker Angelo Alter. Insgesamt habe die Stadt einen fairen Finanzierungsvorschlag unterbreitet. 

Die Ratspolitik hat am Montag im Sportausschuss eine Entscheidung über das Programm vertagt. Die Gruppe Linke/Piraten signalisiert bereits einen Änderungswunsch. Bei der Auswahl von Vereinen, die einen Kunstrasenplatz bekommen sollen, müsste auch das Engagement eines Vereins für die Integration berücksichtigt werden.

Die Stadt schlägt vor, zunächst sieben bis zehn Plätze zu bauen, ursprünglich sollte jeder der 13 Stadtbezirke eine Kunstrasenfläche bekommen. In der teuersten Variante würde der Bau eines Platzes mit knapp einer Million Euro zu Buche schlagen. Tore, Spielerkabinen und Flutlichtanlagen sind im Preis inbegriffen. Allein die Planungskosten für einen Rasen ohne Füllmasse (Granulat, Sand) beziffert die Stadt mit 120.000 Euro. Nach Ansicht der Verwaltungsexperten ist ein unverfüllter Kunstrasenbelag für Hockeyspiele zu bevorzugen. Für Fußballer, Rugby- und American-Football-Spieler empfiehlt die Stadt Kunstrasen, der mit Sand verfüllt ist. Der Bau solcher Flächen kostet einschließlich Planung 720.000 Euro. 

Zwar übernimmt die Stadt die Investitionskosten, doch für Vereine gibt es die neuen Sportanlagen nicht zum Nulltarif. Sie müssen nach dem Willen der Stadt die Unterhaltskosten übernehmen. Die Plätze müssen gewässert werden, von Unkraut und Laub befreit, und das Füllmaterial muss nachgestreut werden. Die Pflege eines sandverfüllten Rasens kostet nach Angaben der Stadt 12.000 Euro im Jahr. Zudem erwartet die Verwaltung, dass Vereine Rücklagen von 10.000 Euro im Jahr bilden, um die spätere Sanierung des Kunstrasens bezahlen zu können. Alle 12 bis 15 Jahre muss ein Kunstrasen erneuert werden, die Kosten schwanken zwischen 250.000 und 300.000 Euro. 

Mehr als 30 Vereine hatten Interesse an einem Kunstrasenplatz bekundet. Jetzt sollen sich die Vereine offiziell bei der Stadt bewerben. Die Verwaltung wird dann entscheiden, wer in den Genuss der Kunsthalme kommt und in welcher zeitlichen Reihenfolge die Plätze entstehen. Kriterien für die Auswahl sind unter anderem die Auslastung der bestehenden Vereinsanlagen, die Mitgliederzahlen und das prognostizierte Bevölkerungswachstum im Einzugsgebiet. 

Vor- und Nachteile von Kunstrasenplätzen

Kunstrasenplätze sind teuer und müssen nach 12 bis 15 Jahren für viel Geld erneuert werden – dennoch wünschen sich viele Vereine in Hannover eine Sportanlage mit Kunsthalmen.  Das liegt daran, dass Kunstrasenplätze etliche Vorteile haben. Sie sind im Gegensatz zu Naturrasen fast ununterbrochen bespielbar. Bei Dauerregen bildet sich keine Pfützenlandschaft, vorausgesetzt das Drainagesystem funktioniert. Im vergangen Sommer und Herbst mussten in Hannover etliche Punktspiele abgesagt werden, weil die feuchte Witterung Naturrasenflächen unbespielbar machte.

Ins Gerede gekommen sind die Kunstrasenplätze wegen einer möglichen Umweltbelastung. Wenn Gummigramulat zwischen den Halmen ins Grundwasser gelangt, werden dadurch Mikro-Plastikteilchen ins Ökosystem gespült. Hannovers Stadtverwaltung versichert, dass man nur mit Sand verfüllte Kunstrasenflächen anlegen werde – oder Plastikhalme ohne Granulat.

Von Andreas Schinkel

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