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Aus der Stadt Hannover wird krimineller
Hannover Aus der Stadt Hannover wird krimineller
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21:23 01.04.2014
Von Tobias Morchner
Quelle: dpa/Symbolbild
Hannover

Die Zahl der Verbrechen in Stadt und Umland ist im Jahr 2013 leicht angestiegen. Das geht aus der Kriminalstatistik der Polizeidirektion Hannover hervor. Die Datenerhebung wurde am Dienstag von Polizeipräsident Volker Kluwe und seinem Stellvertreter Thomas Rochell vorgestellt. Demnach verzeichneten die Statistiker im vergangenen Jahr insgesamt 3451 Straftaten mehr als im Jahr 2012. Das ist ein Anstieg um 3,15 Prozent.

Im Einzelnen stiegen die Werte sowohl bei den Tötungsdelikten und den Sexualstraftaten als auch im Bereich der Betrugsdelikte, beim Diebstahl und bei der Rauschgiftkriminalität an. Besonders zu schaffen macht den Ermittlern die deutliche Zunahme der Wohnungseinbrüche. Ihre Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 29,62 Prozent auf insgesamt 3606 Fälle. „Das ist eine Entwicklung, die in besonderer Weise das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung belastet“, sagt Polizeivizepräsident Thomas Rochell. Auch die Entwicklung in den ersten Monaten des Jahres 2014 lasse darauf schließen, dass der steigende Trend bei den Wohnungseinbrüchen nicht gebrochen sei, sagt Rochell.

Doch es gab auch erfreuliche Entwicklungen zu vermelden. So ist die Zahl der Raubstraftaten im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken, und zwar um 12,55 Prozent. Rückläufig sind insbesondere die Zahlen beim Handtaschen- und beim Straßenraub. Auch die Aufklärungsquote in diesem Bereich kann sich sehen lassen. Die Beamten konnten sie im vergangenen Jahr um 4,3 Prozentpunkte auf insgesamt 60 Prozent steigern. Die Zahl der Körperverletzungsdelikte ging im Jahr 2013 ebenfalls leicht zurück, es wurden 10 702 Straftaten gezählt. Ein Großteil der Taten ereignete sich im Zusammenhang mit Fußballspielen, während der Volksfeste auf dem Schützenplatz und rund um das Steintor.

Rückläufig war auch die Anzahl der Straftaten, die unter Alkoholeinfluss verübt wurden. Sie sank um 597 Taten auf insgesamt 9496. Insbesondere bei den Jugendlichen ist der Wert deutlich geringer geworden. Von 4844 minderjährigen Tatverdächtigen standen im vergangenen Jahr 458 unter Alkoholeinfluss. Im Jahr zuvor waren von 5110 straffällig gewordenen Jugendlichen noch 745 betrunken.

Wohnungseinbrüche

Die Polizeidirektion Hannover hat mit einer Vielzahl von Maßnahmen auf den deutlichen Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen reagiert. So gründete die Behörde eine neue Einheit, die in der Polizeiinspektion Ost integriert ist und sich ausschließlich mit der Analyse und der Aufklärung der Einbruchsdelikte befasst. 22 Beamte arbeiten in dieser Ermittlungsgruppe. „Hinzu kommt noch eine Verfügungseinheit, die aber unter anderem auch bei Demonstrationen eingesetzt werden kann“, sagt Vizepräsident Thomas Rochell. Die bisherigen Analysen der Fahnder haben ergeben, dass sie es verstärkt mit reisenden Einbrecherbanden zu tun haben, unter denen sich immer häufiger auch Frauen befinden. „Sie kommen nach Hannover, werden in Hotels oder über Mittelsmänner privat untergebracht, brechen in mehrere Wohnungen ein und verlassen die Stadt wieder“, sagt Rochell. Deshalb arbeiteten die hannoverschen Ermittler auch eng mit Kollegen in anderen Bundesländern zusammen. Auf diese Weise sollen möglichst schnell Übereinstimmungen zwischen verschiedenen Einbruchsserien aufgedeckt werden.

Zudem setzt die Behörde im Kampf gegen Wohnungseinbrecher verstärkt auf Prävention. 1559 Einzelberatungen nahmen die Beamten im Jahr 2013 vor. Dabei erklärten sie Mietern oder Hausbesitzern, wie sie Häuser oder Wohnungen noch besser vor dem Zugriff der Täter schützen können. Das Beratungsangebot soll weiter ausgebaut werden.

Sexualdelikte

604 Sexualstraftaten verzeichnet die Statistik der Polizei für das Jahr 2013 –  ein Anstieg um 6,9 Prozent. Die Ermittler hatten es mit 146 Vergewaltigungen und 127 Fällen von Kindesmissbrauch zu tun. 104-mal mussten sie wegen Exhibitionismus eingreifen. 127-mal wurden Ermittlungen wegen der Verbreitung pornografischer Erzeugnisse eingeleitet. Die Fälle von Kinderpornografie stiegen 2013 um 38,5 Prozent an. 105 Tatverdächtige konnten ermittelt werden, darunter waren auch zwölf Frauen. Kinderpornos werden über das Internet verbreitet und fallen auf diesem Weg den Ermittlern auf. Auch bei Durchsuchungen in anderen Zusammenhängen stoßen sie immer wieder auf Kinderpornos.

Rauschgiftdelikte

Die Zahl der Drogentoten ist im Jahr 2013 wieder leicht angestiegen. 13 Menschen starben an den Folgen ihres Rauschgiftkonsums. Im Jahr zuvor waren in der Statistik neun Drogentote verzeichnet. Die Zahl der Rauschgiftdelikte ist ebenfalls gestiegen – um 5,41 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei ihren Kontrollen stellten die Drogenfahnder im vergangenen Jahr vermehrt Amphetamine und Cannabis sicher. Die synthetisch hergestellte und extrem schnell abhängig machende Droge Crystal Meth spielt nach Angaben der Polizei in Hannover – bisher – keine Rolle. „Wir hatten im vergangenen Jahr nicht einen einzigen Fall zu verzeichnen“, sagt Polizeipräsident Volker Kluwe.

Polizisten als Opfer

Auch im vergangenen Jahr sind Polizeibeamte im Dienst angegangen und verletzt worden. In 785 Fällen trugen Polizisten Verletzungen davon; das sind 89 Fälle mehr als im Jahr zuvor. „Statistisch gesehen sind das pro Tag mindestens zwei Fälle – diese Zahl ist eindeutig zu hoch“, sagt Polizeipräsident Kluwe. 351 Beamte der Polizeidirektion wurden Opfer von Körperverletzungen. In 379 Fällen leisteten Tatverdächtige zum Teil massiven Widerstand gegen Polizeibeamte. 2010 hatte sich die Behörde erstmals dazu entschlossen, die Zahl der im Dienst verletzten Beamten statistisch zu erfassen. Der Grund war die damals bereits hohe Zahl von Polizisten, die Opfer von Angriffen geworden waren.

Cyberkriminalität

Die Zahl der Vergehen war im vergangenen Jahr zwar rückläufig im Vergleich zu den Vorjahreszahlen. Dennoch richtet die Polizei weiterhin ein besonderes Augenmerk auf Computerbetrug und das Ausspähen von Daten im Netz. „Die Bedrohung durch Cyberkriminalität dauert an und wird an Dynamik zunehmen“, sagt Behördenleiter Kluwe. Eine Häufung der kriminellen Nutzung des Internets stellten die Ermittler insbesondere beim Warenbetrug fest – Tendenz steigend. Erst in der vergangenen Woche hatte die Polizei vier Männer festgenommen, die im Internet gefälschte Eintrittskarten für Rockfestivals angeboten und so einen Schaden von rund 200 000 Euro angerichtet hatten.

Tötungsdelikte

Insgesamt 31 Tötungsdelikte registrierten die Statistiker der Polizeidirektion Hannover für das Jahr 2013. 25 von ihnen gingen als versuchte Tötungsdelikte, acht als vollendete Taten in die Datenerhebung der Behörde ein. Das sind vier Kapitaldelikte mehr als im Vorjahr. 2012 gab es 23 versuchte und vier vollendete Tötungsdelikte. Im vergangenen Jahr geriet vor allem der sogenannte Maschseemord bundesweit in die Schlagzeilen. Der in der Ukraine geborene Alexander K. wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, weil er eine Gelegenheitsprostituierte in seiner Wohnung getötet, ihre Leiche anschließend zerstückelt und die Teile in den Maschsee geworfen hatte.  

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