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Aus der Stadt Hannoveraner lebt zehn Jahre mit Kunstherz
Hannover Aus der Stadt Hannoveraner lebt zehn Jahre mit Kunstherz
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22:00 18.11.2015
Von Bärbel Hilbig
Axel Haverich (von links), Uwe Schulze und Martin Strüber halten Kunstherzen der ersten bis dritten Generation in die Kamera. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Professor Martin Strüber setzte dem Kranken das Herzunterstützungssystem - so die medizisch korrekte Bezeichnung - im November 2005 in der Medizinische Hochschule Hannover ein. „Niemand hat damals damit gerechnet, dass ein Patient so lange damit leben kann“, sagt Strüber.

Uwe Schulze gehörte zu den ersten Patienten der MHH, die ein Kunstherz der zweiten Generation bekamen. In einer Pilotstudie wollte die MHH damals diese neuen Geräte vom Typ Heartmate II testen. Angedacht war, damit maximal ein halbes Jahr bis zu einer Herztransplantation zu überbrücken. Für Schulze - und für die MHH - kam es anders. Das Krankenhaus setzt seitdem regelmäßig Kunstherzen ein und gehört zu den größten Zentren mit dieser Spezialisierung in Europa. Die Experten versorgen 100 Patienten pro Jahr mit der inzwischen dritten Generation der Geräte.

Die Medizinische Hochschule Hannover stellte einen 55-Jährigen aus Sachsen-Anhalt vor, der seit zehn Jahren mit einem künstlichen Herzen lebt.

Bereut hat Uwe Schulze die Entscheidung für die schmerzhafte Operation und das Leben mit Kunstherz kein einziges Mal. „Ich habe danach meinen schönsten Tag erlebt. Ich durfte noch mal heiraten.“ Sein stressiges Arbeitsleben hat Uwe Schulze nahezu beibehalten. Der energiegeladene Patient leitet zwei kommunale Unternehmen in Sachsen-Anhalt. 50 Arbeitsstunden plus x pro Woche seien normal. „Es geht mir gut dabei.“

Und dabei erfordert das Kunstherz in der Brust viel Disziplin. Betrieben wird die Pumpe mit zwei Batterien und einem Steuerungsgerät, die Schulze in Taschen am Gürtel trägt. „Ohne einen Rucksack mit Ersatz verlasse ich nicht das Haus“, berichtet Schulze. Ein Kabel verbindet seine Herzpumpe mit dem Gerät außerhalb des Körpers. Den Verband an der Austrittsstelle wechselt seine Frau zweimal am Tag unter Beachtung strenger Hygiene. Dennoch gab es heikle Situationen. „Zweimal kam mir meine Frau auf der Autobahn entgegen, weil die letzte Batterie ‚piep‘ gesagt hatte. Das ist kein schönes Gefühl.“ Beim Gehen muss Schulze häufig pausieren. Ausflüge mit Freunden und Urlaubsreisen sind dennoch möglich. „Das Leben ist wieder in festen Bahnen.“

Die lebensrettenden Kunstherzen werden sich zur Patientenversorgung weiter etablieren, davon ist Axel Haverich, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, überzeugt. Mitte der Siebzigerjahre habe es 24.000 Verkehrstote pro Jahr gegeben, jetzt noch 3950. „Das ist der wesentliche Grund, warum die Zahl der Spenderherzen zurückging.“ Auch in Ländern, wo sich deutlich mehr Organspender melden, reiche dies nicht aus, sagt Martin Strüber, der dies im US-Staat Michigan beobachtet, wo er inzwischen arbeitet. Patient Uwe Schulze schwört auf seine helfende Pumpe. „Wenn mein zweites Herz eines Tages nicht mehr mitmacht, hoffe ich auf ein neues Modell.“

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