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Aus der Stadt Mann aus Hannover in Dresden zerstückelt
Hannover Aus der Stadt Mann aus Hannover in Dresden zerstückelt
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00:15 01.12.2013
Quelle: Archiv (Symbolbild)
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Hannover/Dresden

Ein unglaublicher Verdacht beschäftigt seit Mittwoch die Behörden: Ist ein 59-jähriger Mann aus Hannover Opfer eines Verbrechers mit Kannibalismus-Phantasien geworden? Die Polizei hatte die zerstückelte Leiche des 59-Jährigen auf einem Grundstück in dem Ort Glimmlitztal bei Dresden unweit der tschechischen Grenze entdeckt. Das Opfer aus Hannover galt seit Anfang November als vermisst. Nach HAZ-Informationen soll er seinen späteren Peiniger in einem Kannibalen-Forum im Internet kennengelernt haben. Die Ermittler glauben, Anhaltspunkte dafür zu haben, dass der Hannoveraner auf eigenes Verlangen hin getötet worden ist.

Nur kurze Zeit nach der Entdeckung des Leichnams nahmen die Beamten einen 55-jährigen Tatverdächtigen aus demselben Ort fest. Wie die zuständige Staatsanwaltschaft in Dresden mitteilt, handelt es sich dabei um einen Sachverständigen des Kriminaltechnischen Instituts (KTI) des sächsischen Landeskriminalamts (LKA). Nach Aussage des Dresdner Oberstaatsanwalts Lorenz Haase hat das Amtsgericht Pirna am Donnerstag Haftbefehl gegen den 55-Jährigen erlassen. Der Mann sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

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Am Freitagvormittag wollen die Behörden die Öffentlichkeit über weitere Details zu dem Fall informieren. Dass es sich bei der Tat um ein Verbrechen von ungewöhnlichem Ausmaß handeln muss, wird bereits aus der Einladung an die Medien deutlich. „Die Tatumstände weisen Besonderheiten auf, die ein überregionales Interesse vermuten lassen“, heißt es da. Auch die Tatsache, dass an der Pressekonferenz zwei Oberstaatsanwälte, der Leiter der Dresdner Kriminalpolizei und der Polizeipräsident der Stadt teilnehmen werden, ist eine Besonderheit.

Die Polizei war am Donnerstag damit befasst, auf dem Grundstück zwischen Dippoldiswalde und der Landesgrenze nach weiteren Spuren zu suchen. Die Beamten sicherten Beweise sowohl in dem Wohnhaus des mutmaßlichen Täters als auch in einem angrenzenden Schuppen. Unklar ist, wie die Ermittler ihm auf die Spur gekommen sind. Nicht klar ist zudem, ob der verdächtige LKA-Beamte sich vor dem Haftrichter zu den ungeheuerlichen Vorwürfen geäußert hat.

Nach HAZ-Informationen sollen die beiden Männer seit langer Zeit über das Internet miteinander Kontakt gehalten haben. Sie sollen sich in dem Chatroom kennengelernt haben, in dem auch Armin Meiwes, der im Jahr 2001 als „Kannibale von Rotenburg“ bekannt wurde, nach Opfern gesucht hat. Über mehrere Wochen sollen die Männer online ihre kannibalischen Phantasien ausgetauscht haben. Anfang November soll der 59-Jährige dann von Hannover in die Nähe von Dresden gereist sein. „Die beiden Männer kannten sich“, bestätigte die Staatsanwaltschaft Dresden.

Zu der Frage, wann das Opfer von seinem Bekannten getötet und zerstückelt wurde, wollten die Behörden am Donnerstag allerdings keine Stellungnahme abgeben. Klar ist nur eines: Als Sachverständiger beim LKA kennt sich der Verdächtige mit Verbrechen aus. Die Mitarbeiter des Kriminaltechnischen Instituts untersuchen bei ihrer täglichen Arbeit Spuren, die andere Straftäter am Tatort hinterlassen haben. Insbesondere fallen Mord und andere Kapitaldelikte in ihre Zuständigkeit.

Kannibale von Rotenburg

Der „Kannibale von Rotenburg“ ist der wohl bekannteste Menschenfresser Deutschlands. Der heute 51-jährige Armin Meiwes bekam diesen Namen von den Medien nach seiner Verhaftung. Am 10. März 2001 tötete der Computertechniker einen Mann aus Berlin, zerstückelte dessen Leiche und verspeiste sie in den darauffolgenden Monaten. Kennengelernt hatten sich die beiden im Internet, wo Meiwes nach Männern suchte, die sich von ihm essen lassen wollten.

Von Jörn Kiessler und Tobias Morchner

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