Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hannoveraner spenden zu wenig Blut
Hannover Aus der Stadt Hannoveraner spenden zu wenig Blut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 13.07.2017
„Viele wissen gar nicht, dass es richtig schnell geht“: Pauline Lückge (links) lässt sich von Nadine Gindel Blut abnehmen. Quelle: Kutter
Hannover

In kaum einer Stadt im Norden ist die Bereitschaft der Bürger zum Blutspenden so gering wie in Hannover. Pro Jahr gehen in der Landeshauptstadt beim DRK nur 9000 Frauen und Männer zur Blutspende, berichtet der Sprecher des DRK-Blutspendedienstes Springe, Markus Baulke. Im beinahe gleich großen Bremen beispielsweise seien es dagegen bei gleichem Terminangebot etwa 12.000 Blutspender pro Jahr. Außerhalb der Großstädte sei die Bereitschaft zum Blutspenden doppelt so hoch wie in Hannover, heißt es beim DRK. Vor allem in Ferienzeiten kann es daher in Krankenhäusern zu Engpässen kommen.

Werbung über Facebook

Weil in den Städten besonders bei jüngeren Leuten die Spendenbereitschaft gering ist, arbeitet der Blutspendedienst seit rund zwei Jahren mit einem neuen Konzept. Zwar gibt es weiterhin die klassischen Blutspendetermine in Schulen in den Stadtteilen, mit Cola und Mettbrötchen. Gleichzeitig versuche man jedoch, stärker auf die jungen Leute zuzugehen, die man mit diesen Blutspendeterminen nicht erreichen könne, sagt Baulke. Deshalb stehen jetzt Blutspendemobile des DRK häufiger auf belebten Plätzen, wie zuletzt auf dem Ernst-August-Platz vor dem hannoverschen Hauptbahnhof.

Dort ist Pauline Lückge zufällig vorbeigekommen und hat sich spontan zur Blutspende entschlossen. Die 22-Jährige hat schon mehrmals gespendet. „Viele wissen gar nicht, dass es richtig schnell geht“, sagt die Medizinstudentin. Außerdem seien Blutspenden dringend nötig – seien sie doch für andere Menschen lebensnotwendig. Auch bei den Uhrzeiten für den Aderlass will das DRK stärker auf die jungen Leute zugehen. „Wir sind auch früh am Morgen oder spät am Abend bereit“, berichtet Baulke. Neu für das DRK ist zudem die verstärkte Werbung in sozialen Netzwerken wie zum Beispiel bei Facebook. Zusätzlich sind bei Spenden auf Plätzen DRK-Mitarbeiter unterwegs und sprechen Passanten an.

Auch beim Essen gibt sich das DRK Mühe – es müssen nicht immer Mettbrötchen sein. Manchmal gibt es Hamburger, manchmal wird für die Blutspender gegrillt.

Bei Hitze kommen weniger

Mehr Probleme als die Ferien machen den Organisationen heiße Tage wie zuletzt im Mai und Juni. „Bei Temperaturen über 28 Grad lässt die Zahl der Blutspender rapide nach“, sagt Baulke. In Hannover seien in dieser Zeit rund 20 Prozent weniger Spender gekommen. „Dabei ist das auch bei Hitze kein Problem, man muss einfach nur genug trinken.“

Im vergangenen Jahr verzeichneten die Medizinische Hochschule und das Rote Kreuz im Mai einen akuten Engpass. Damals mussten sogar Operationen wegen des Mangels an Blutkonserven verschoben werden. Engpässe bei den Blutkonserven machen sich relativ schnell bemerkbar. Manche der in Springe gelagerten Reserven sind nur vier Tage brauchbar, dann ist Nachschub nötig.

Der Blutspendedienst des DRK ist erreichbar unter (08 00) 1 19 49 11; der der MHH unter (08 00) 5 32 53 25.

Markus Baulke und Rotes Kreuz

Das Wichtigste aus Hannover und der Region lesen Sie in unserem HAZ-Morgenticker. Heute: Experten untersuchen einen Verdachtspunkt für eine Fliegerbombe in Empelde, das Programm für das Literaturfest Niedersachsen wird vorgestellt und im Hafven werden Produktions- und Arbeitsmodelle der Zukunft präsentiert.

13.07.2017

Im NDR-Spot für die Open-Air-Oper „Rigoletto“ am Neuen Rathaus singen Arbeiter im Gully – und der OB hängt rum. So unterhaltsam ist der Ankündigungsspot für die Veranstaltung am 22. Juli in Hannover. 

Felix Harbart 13.07.2017

Die Cocktailbar Raschplatz Oase muss wegen Lärmbelästigung schließen. Barbetreiber Massoud Kader erhielt eine fristlose Kündigung. Der 35-Jährige vermutet die Konkurrenz hinter dem Zwangsaus.

12.07.2017