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Aus der Stadt Hannovers Arbeitsmarkt lebt auf
Hannover Aus der Stadt Hannovers Arbeitsmarkt lebt auf
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19:32 31.03.2015
Von Bernd Haase
Foto: Vom allgemeinen Rückgang der Arbeitslosigkeit haben alle Altersgruppen profitiert - darunter am stärksten die jüngste zwischen fünfzehn und 20 Jahren.
Vom allgemeinen Rückgang der Arbeitslosigkeit haben alle Altersgruppen profitiert - darunter am stärksten die jüngste zwischen fünfzehn und 20 Jahren. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Die Frühjahrskonjunktur hat sich im März spürbar auf dem Arbeitsmarkt widergespiegelt. In der Region Hannover sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Februar um 0,2 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent. Vor zwölf Monaten hatte sie bei 8,4 Prozent gelegen. Bundesweit waren im März die absoluten Arbeitslosenzahlen so niedrig wie seit einem knappen Vierteljahrhundert nicht mehr.

Die Arbeitsagentur Hannover meldet aktuell 48 745 Arbeitslose, das sind 917 weniger als Ende Februar. Dabei gibt es wie gehabt deutliche Unterschiede. Die anteilige Quote bei der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung liegt bei zwei Prozent - nach Lesart der Arbeitsverwaltung grenzt das an Vollbeschäftigung. Unter den Hartz-IV-Empfängern ist die Zahl der Arbeitslosen nur geringfügig gesunken; hier liegt die Quote bei 6,2 Prozent. Schon seit geraumer Zeit arbeiten Arbeitsagentur und Jobcenter an Konzepten, mehr Langzeitarbeitslose in Lohn und Brot zu bringen. Vom allgemeinen Rückgang der Arbeitslosigkeit haben alle Altersgruppen profitiert - darunter am stärksten die jüngste zwischen fünfzehn und 20 Jahren. Nach wie vor hoch ist der Wert für Ausländer; er liegt bei 21,5 Prozent.

Die konjunkturelle Lage wirkt sich auch auf das Stellenangebot aus. Derzeit kann der Arbeitgeberservice im Raum Hannover mehr als 8000 Arbeitsplätze anbieten, das sind 700 mehr als noch vor vier Wochen. Die Bereiche Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung, Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung, Verkehr und Logistik, Schutz und Sicherheit sowie kaufmännische Dienstleistungen in Handel und Tourismus melden den größten Anteil. Auffällig ist, dass Zeitarbeitsfirmen derzeit stark Arbeitskräfte für Call Center, für Elektroberufe und in der Lagerlogistik nachfragen. Allgemein gesucht werden examinierte Pflegekräfte.

Wer derzeit einen Ausbildungsplatz sucht, hat Auswahl. Das liegt zum einen an den stark zurückgehenden Bewerberzahlen, zum anderen am Stellenangebot. Mittlerweile haben knapp 2000 Bewerber für das kommende Ausbildungsjahr eine Lehrstelle gefunden. Gleichzeitig gibt es mehr als 3700 offene Stellen. Erfahrungsgemäß gerät auf dem Ausbildungsmarkt bis zum Sommer aber noch vieles in Bewegung, weil einige Aspiranten sich dann erst endgültig entscheiden.

Mehr als die übliche Belebung: Die Bundesagentur für Arbeit hat im März 2,93 Millionen Arbeitslose registriert - der niedrigste Märzwert seit 1991. „Das Risiko, derzeit arbeitslos zu werden, ist sehr, sehr gering“, sagte Agenturchef Frank-Jürgen Weise gestern, warnte allerdings vor möglichen negativen Auswirkungen der Ukraine-Krise. In Niedersachsen liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 6,4 Prozent und damit unter dem Bundeswert.