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Aus der Stadt Hannovers Bürger sind nicht in jedem Stadtteil zufrieden
Hannover Aus der Stadt Hannovers Bürger sind nicht in jedem Stadtteil zufrieden
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23:14 03.03.2010
Von Felix Harbart
Viel Licht und auch Schatten: Die große Mehrzahl der Bürger lebt gern in Hannover. Die Lebensqualität im eigenen Stadtteil wird auch kritisch bewertet. Quelle: Thomas

Am Mittwoch stellte die Verwaltung im Bauausschuss die sogenannte Sonderauswertung der Studie vor, deren Grunderkenntnisse sie schon im vergangenen Sommer offenbart hatte. Das Ergebnis damals: 88 Prozent der Hannoveraner leben gerne oder sehr gerne in ihrer Stadt. Die nun vorgestellten, nach Stadtteilen und Bevölkerungsgruppen differenzierten Resultate indes zeigen: Um die Zufriedenheit der Hannoveraner ist es je nach Wohnlage sehr unterschiedlich bestellt. Besonders lobend äußerten sich die Befragten im Blick auf die gesamte Stadt über die Qualität der Parks und Grünflächen, mit denen 90 Prozent zufrieden oder gar sehr zufrieden sind. Gute Noten erhielten auch die medizinische Versorgung (89 Prozent) und der öffentliche Nahverkehr (86 Prozent). Dagegen bemängelten die Befragten vor allem Staus, Parkplatznot und die geringe Zahl von Treffpunkten für Jugendliche, ebenso eine mangelnde Integration von ausländischen Mitbürgern. Auch die Innenstadt gefällt nur 58 Prozent der Befragten.

Mit der Wohn- und Lebensqualität in ihrem Stadtteil zeigten sich im Schnitt 77 Prozent der Teilnehmer zufrieden. 18 Prozent mehr, also 95 Prozent, sind es im Zooviertel, 17 Prozent mehr in Kirchrode, Wülferode und Waldhausen. Ebenfalls in der Spitzengruppe finden sich Stadtteile wie die Oststadt, Isernhagen-Süd, Heideviertel, die Südstadt, Döhren und die List.

In Hainholz dagegen machten nur 21 Prozent der Befragten ihr Kreuz bei „gut“ oder „sehr gut“, in Stöcken 31 Prozent und in Bornum 41 Prozent. In allen drei Fällen hat die Verwaltung allerdings ein Sternchen an die Zahlen gemacht – sie seien nicht repräsentativ, weil weniger als 50 Menschen befragt worden seien. Durchaus repräsentativ ist dagegen der Wert in Mittelfeld, wo nur 44 Prozent mit den Lebensbedingungen zufrieden sind.

Generell leben die Hannoveraner umso lieber in ihrer Stadt, je älter sie sind – allerdings sind die Unterschiede zwischen den Gruppen gering. Während „nur“ 85 Prozent der 18- bis 29-Jährigen „gern“ oder „sehr gern“ Hannoveraner sind, sind es bei der Generation 75-Plus 90 Prozent. Folgerichtig sind Rentner (90 Prozent) zufriedener als Studenten (82 Prozent).

Möglicherweise ein Effekt dieser Alterspyramide ist auch ein erstaunliches Ergebnis bezogen auf die gesamte Stadt: Je höher der Bildungsgrad der Befragten, desto mäkeliger waren sie. So ist der Zufriedenheitsgrad bei den Volks-, Haupt- und Realschulabsolventen höher als bei Abiturienten und Akademikern. Interessant auch, dass die vermögendsten Hannoveraner nicht die zufriedensten sind. Die finden sich stattdessen in der zweithöchsten Einkommensgruppe bis 3000 Euro.

Hier gibt es die Studie

12.145 Hannoveraner hat die Stadt im Herbst 2008 angeschrieben, 4510 ausgefüllte Fragebögen kamen zurück. Damit sind die Ergebnisse der „Repräsentativerhebung 2008“ auch tatsächlich repräsentativ. Ihren 250 Seiten starken Band zur Zufriedenheit der Hannoveraner sieht die Verwaltung als „Nachschlagewerk für das differenzierte Meinungsbild“. Allerdings ist die Deutung der Ergebnisse nicht immer ganz einfach. Hängen Alter und Bildungsgrad der Befragten nicht zusammen, wenn man sich den Anteil an Gymnasiasten vor 60 Jahren gegenüber heute ansieht? Sind die Maßstäbe nicht unterschiedlich, wenn die mit ihrem Stadtteil unzufriedenen Vahrenheider Hannover insgesamt besser bewerten als die aus Waldhausen? Fest steht, dass es das Werk ab heute als PDF-Datei im Internet gibt, nämlich unter der Adresse. Wer es gedruckt lieber mag, bekommt den Band kostenlos in der Bauverwaltung, Rudolf-Hillebrecht-Platz 1.

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