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Aus der Stadt Das ist Hannovers schönste neue Hausfassade 
Hannover Aus der Stadt Das ist Hannovers schönste neue Hausfassade 
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00:16 17.12.2017
Fassadenwettbewerb 2017: Auf dem ersten Platz landete das Mehrfamilienhaus des Spar- und Bauvereins in der Arndtstraße am Cityring.
Fassadenwettbewerb 2017: Auf dem ersten Platz landete das Mehrfamilienhaus des Spar- und Bauvereins in der Arndtstraße am Cityring. Quelle: Conrad von Meding
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Hannover

Hellweiß mit orangeroten Klinkern leuchtet die neue Fassade des Mehrfamilienhauses am Cityring: Das Gebäude ist mit dem ersten Preis beim Fassadenwettbewerb von Haus & Grund und der Maler- und Lackiererinnung ausgezeichnet worden. Es sieht schick, aber eigentlich unspektakulär aus. Wer verstehen will, warum es ausgezeichnet wurde, muss den Vorher-Nachher-Vergleich sehen. Es handelte sich um eine graue Putzfassade, von denen in Hannover noch Tausende stehen. „Diese Modernisierung hat dazu beigetragen, dass Hannover wieder etwas schöner geworden ist“, sagt Innungsobermeister Ralph Sensing.

Ein Jahrhundertwendehaus und zwei Nachkriegs-Mehrfamilienhäuser: Die ausgezeichneten Fassaden sind sehr unterschiedlich.

Die Immobilie gehört der größten hannoverschen Wohnungsbaugenossenschaft, dem Spar- und Bauverein. Die beiden Vorstände Udo Frommann und Heinz Wensing waren selbst überrascht, dass sie gewonnen haben. „Wir hatten uns gar nicht beworben“, gesteht Wensing. Bei dem Mehrfamilienhaus schräg gegenüber der eigenen Verwaltung in der Arndtstraße sei mitnichten nur die Fassade gemacht worden. „Wir haben das gesamte Programm durchgezogen“, sagt Wensing: Ein Fernwärmeanschluss wurde gelegt, Fassaden, Dach und Böden wurden gedämmt, Fenster getauscht. Das Haus sei „quasi wie ein Neubau“. Besonders gefallen hat der Jury, dass die Fassade mit orangeroten Klinkeranteilen gegliedert wurde und so einen Farbtupfer bekommen hat. 

Mit dem Projekt hatte sich die Maler- und Sanierungsfirma Temps aus Neustadt beworben, die die Fassadenarbeiten ausgeführt hat. Insgesamt hatte das Unternehmen vier Vorschläge eingereicht – und gleich noch mit einem weiteren Erfolg gehabt. Auf dem zweiten Platz des Wettbewerbs landete ein Mehrfamilienhaus in Südstädter Sonnenweg, bei dem Temps eine technisch anspruchsvolle „Besenstrich“-Putzfassade aufgetragen hat. Das vorher sehr unscheinbare Gebäude wurde mit kontrastreicher Fassade und waagerechten Gesimsbändern gegliedert, den Sockel verblendet ein schwarzbunter Klinker mit anthrazitfarbener Fuge.

Auf den dritten Platz kommt ein Jahrhundertwendehaus aus der Baumbachstraße (List), dessen Fassade grau geworden war. Die Eigentümerfamilie Rudolph ließ vom Isernhagener Malerbetrieb Heyse ein kräftiges Dunkelrot auftragen und helle Elemente hervorheben, das Erdgeschoss erhielt eine Putzfassade, die optisch an bossierte Steine erinnert, wie es bei vielen Vorkriegshäusern üblich ist. 

Insgesamt standen 27 Gebäude auf der Liste der Jury. Innungsobermeister Ralph Sensing lobte die hohe Qualität der ausgeführten Arbeiten: „Die prämierten Immobilien sind nur einen Wimpernschlag besser als alle anderen.“ Insgesamt zeige der Wettbewerb längst Wirkung im Stadtbild. „Wenn ein Haus besonders schön saniert ist, fühlen sich oft die Eigentümer der Nachbarhäuser in Zugzwang, selbst auch in die Gestaltung zu investieren“, sagt Sensing. Deshalb sei es auch keine Frage, dass der Wettbewerb im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

Von Conrad von Meding