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Aus der Stadt Hannover zeigt Herz
Hannover Aus der Stadt Hannover zeigt Herz
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13:32 05.03.2014
Von Sonja Fröhlich
Foto: Hannovers Händler wollen die City füllen. Helfen soll eine Internetaktion.
Hannovers Händler wollen die City füllen. Helfen soll eine Internetaktion. Quelle: Archiv
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Hannover

Man schlendert durch die Innenstadt und entdeckt am Kröpcke einen Straßenkünstler, der scheinbar in der Luft sitzen kann. Den findet man großartig, fotografiert ihn und schickt das Bild an die Freunde bei Facebook. Soweit ist das nichts Besonderes. Doch künftig soll jenes Foto unter dem Stichwort „Kröpcke“ auch auf einer anderen Internetplattform erscheinen - eine, die alle Informationen, Bilder, Kommentare, Sprüche und Momentaufnahmen in und über Hannovers City bündelt.

Online Lust machen auf den Offline-Besuch

„Das Herz von Hannover“ heißt das neue Projekt, das die City-Gemeinschaft ins Leben rufen will. Es soll sowohl eine neue Marke fürs Innenstadtmarketing sein als auch eine Internetplattform, die speziell für den Besuch der Innenstadt werben soll. „Natürlich hat sich der Trend Internethandel durchgesetzt - und wir müssen entsprechend reagieren. Mit dem Projekt wollen wir Online Lust machen auf den Offline-Besuch in der Innenstadt“, sagte der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, Martin Prenzler, am Montagabend in der Jahreshauptversammlung seines Vereins. Dort war nicht nur die Wahl des 35-jährigen GOP-Direktors Dennis Meyer als Nachfolger des langjährigen Vorsitzenden Bernd Voorhamme eine Überraschung. Auch die geplante Netzoffensive sorgte im Anschluss für Gesprächsstoff unter den rund 160 Mitgliedern.

So soll die geplante Plattform nicht nur alle Botschaften über die City in sämtlichen sozialen Netzwerken finden und darstellen. Auch können die Geschäftsleute ihre Waren und Dienstleistungen dort präsentieren - ohne diese darüber zu verkaufen. Weitere Ideen für die Netzseiten sind ein Mini-City-Wikipedia, das Denkmäler und Orte beschreibt, sowie ein sogenannter Gamifications-Bereich, der Wahrzeichen wie die Kröpcke-Uhr und den Musik-Gully spielerisch animiert. Die Nutzer des virtuellen Herzens sind aufgerufen, an Aktionen, Wettbewerben und Verlosungen teilzunehmen - und dafür die Innenstadt zu besuchen. Darüber hinaus soll es möglich sein, direkt in den Geschäften via Smartphone digitale „Herzchen“ sammeln zu können, die sich in Form von Rabatten und Gutscheinen rechnen könnten.

Auch ein begehbares Herz auf dem „echten“ Kröpcke als Treffpunkt sei denkbar. „Die Marke ist hochemotional. Sie soll die sozialen Medien einbeziehen und Identität für die Innenstadt stiften“, sagt Prenzler. Das Markenlogo aus schraffiertem Herz (es erinnert an das Symbol der Fernsehsoap „Verbotene Liebe“) und dem Slogan „Das Herz in der Stadt - die Stadt im Herzen“ soll bereits eingetragen und markenrechtlich geschützt sein.

Noch fehlt die Finanzierung

Grundlage für das Konzept war laut Prenzler das Landesförderungsprojekt „Ab in die Mitte 2.0“, auf das sich die City-Gemeinschaft mithilfe der Gesellschaft für digitale Kommunikation F9 und einer Spezialistin für Soziale Medien beworben hatte. Allerdings erhielt der hannoversche Verein den Zuschlag für die Förderung nicht. „Diese Marke ist es aber wert, dass wir sie entwickeln“, appellierte Prenzler auch mit Blick auf eine Umfrage unter Internetkäufern. Studenten der Fachhochschule sollen dabei herausgefunden haben, dass Internetkäufer zu 65 Prozent lieber die jeweiligen Fachgeschäften besuchen - wenn sie denn genau wüssten, dass es die Artikel zum gleichen Preis um die Ecke gibt.

Noch fehle dem Projekt die finanzielle Sicherheit, räumte Prenzler ein. Die Idee sei, die Kosten unter anderem durch Umlagen der Mitglieder zu generieren.

Simon Benne 04.03.2014
Andreas Schinkel 07.03.2014
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