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Aus der Stadt „Was macht ihr mit dem Geld?“
Hannover Aus der Stadt „Was macht ihr mit dem Geld?“
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14:30 24.10.2013
Die evangelische Kirche ist transparent und von der Vertrauenskrise nicht betroffen, meint Landesbischof Ralf Meister. Quelle: Archiv
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Hannover

Hannovers Landesbischof Ralf Meister sieht die evangelische Kirche in Deutschland durch den Wirbel um angebliche Geldverschwendung im Bistum Limburg nicht beschädigt. „Die Vertrauenskrise ist nicht bei der evangelischen Kirche angekommen, weil wir keine Limburger Verhältnisse haben“, sagte der Bischof der deutschlandweit größten evangelischen Landeskirche am Donnerstag. „Dieses Problem trifft im Kern erstmal die katholische Kirche wegen der mangelnden Transparenz im Haushalt.“ Allerdings verlangten auch evangelische Christen Auskunft von ihrer Kirche: „Jetzt kommen die Fragen: Was macht ihr mit dem Geld?“

„Die Ereignisse in Limburg sind eine kritische Mahnung an die Kirche im Grundsatz“, sagte Meister. „Wie gehen wir mit Geld um – klar, transparent, sinnvoll und orientiert an den Menschen, für die wir verantwortlich sind.“ Evangelische Christen könnten jeden Tag etwa als Nutzer kirchlicher Kindergärten oder Krankenhäuser sehen, dass das Geld sinnvoll eingesetzt wird.

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Der katholische Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist wegen Verschwendung und Verschleierung seit Wochen in der Kritik. Vor allem geht es um seine Amtsführung und die mindestens 31 Millionen Euro teure Residenz auf dem Limburger Domberg.

Nach der Forderung der niedersächsischen Grünen nach einer Überprüfung der Staatsleistungen an die Kirchen betonte der Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Rolf Kramer: „Wir bekommen Staatsleistungen, leisten aber auch etwas für den Staat.“ Der kirchliche Einsatz, etwa für Schulen, Kindergärten oder die Straffälligenhilfe sei dabei mindestens doppelt so hoch, wie die erhaltenen Staatsleistungen.

Wenn die Landeskirche über ein Vermögen und Rücklagen von zusammengerechnet rund einer Milliarde Euro verfüge, dann diene dies der Versorgung pensionierter Mitarbeiter und als Puffer für schlechte Zeiten, sagte Kramer. Noch vor wenigen Jahren hatte die Landeskirche Defizite von über 300 Millionen Euro mit einem Griff in die Rücklage abgedeckt, um harte Einschnitte mit vielen Entlassungen zu vermeiden.

dpa

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