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Aus der Stadt Jagau steht Rede und Antwort zur Tonne
Hannover Aus der Stadt Jagau steht Rede und Antwort zur Tonne
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00:15 22.08.2013
Von Mathias Klein
„Da gibt es immer Gewinner und Verlierer“: Regionspräsident Hauke Jagau. Hagemann Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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Hannover

Warum kommt die Müllabfuhr künftig nur noch alle 14 Tage? Warum ist die Mindestmüllmenge mit zehn Litern pro Person und Woche angesetzt? Und warum belässt man es im Umland nicht einfach beim System mit der Sackabfuhr? Regionspräsident Hauke Jagau und Umweltdezernent Axel Priebs saßen am Montag im Regionshaus fast 100 Bürgern gegenüber, um solcherlei Fragen zu beantworten.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb aha und die Region waren unsicher gewesen, wie viele Bürger zu der Versammlung kommen würden, was man schon daran sah, dass der Hausmeister mehr als 300 Stühle aufgestellt hatte. Jagau hatte recht kurzfristig zu der Informationsveranstaltung eingeladen, weil viele Umlandbewohner sich nach wie vor bei Region und aha über das neue System beschweren. Noch immer kommen bei der HAZ Leserbriefe an, auch den Regionspräsidenten erreichen Zuschriften wütender Bürger.

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Jagau stellte klar, dass es sich bei dem künftigen Müllsystem um einen Kompromiss handele. „Da gibt es immer Gewinner und Verlierer“, sagte er.

Regionspräsident Hauke Jagau und Umweltdezernent Axel Priebs saßen am Montag im Regionshaus fast 100 Bürgern gegenüber, um Fragen zum neuen Müllgebührensystem zu beantworten.

Viele Fragen drehten sich am Montagabend um die Mindestmüllmenge von zehn Litern, die viele Bürger für zu hoch angesetzt halten. „Das kann doch nicht im Sinn der Umwelt sein“, sagte eine Frau aus Ronnenberg. Der Müll werde künftig wohl nicht mehr getrennt, sondern in die übrigen Säcke gestopft.

Die Mindestmüllmenge ergebe sich aus den Verkaufszahlen der Restmüllsäcke der vergangenen Jahre, sagte der stellvertretende Geschäftsführer von aha, Thomas Reuter. Demnach liege der durchschnittliche Verbrauch bei 15 Litern pro Person und Woche. „Das ist doch eine Milchmädchenrechnung“ sagte ein Mann aus Hemmingen. Die Region zwinge die Bürger, ein zu großes Müllvolumen zu nehmen. Umweltdezernent Priebs wandte ein, dass es sich beim Gebührensystem um ein Solidarsystem handele. Wertstoffhöfe, Sperrmüllabfuhr und die Abgabe von Grünschnitt seien kostenlos in der Region - im Unterschied zu den benachbarten Landkreisen.

Ein Mann aus der Wedemark beklagte sich über die geplante 14-tägliche Abfuhr. „Das ist eine Verschlechterung des Systems, ich bin nicht bereit, das hinzunehmen“, betonte er und erhielt dafür viel Beifall. „Sie haben recht, das ist eine Verschlechterung“, sagte dazu der Regionspräsident. Wegen der geringeren Kosten habe man sich für die Abfuhr alle zwei Wochen entschieden. Eine Beibehaltung der wöchentlichen Abfuhr hätte 4 bis 5 Millionen Euro mehr gekostet – zulasten der Gebührenzahler.

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