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Aus der Stadt So wirkt sich der G20-Gipfel auf Hannover aus
Hannover Aus der Stadt So wirkt sich der G20-Gipfel auf Hannover aus
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06:00 26.06.2017
„Guter Botschafter der Polizei“: Für die Bundespolizei sucht unter anderem Rainer Horchler das deeskalierende Gespräch mit Passanten und Demonstranten. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Das G20-Gipfeltreffen der 20 stärksten Industrienationen am 7. und 8. Juli in Hamburg hat auch enorme Auswirkungen auf die Ordnungsbehörden in Hannover. Die Hamburger Polizei hat die Kollegen aus Hannover um Unterstützung für den größten Polizeieinsatz gebeten, der jemals in Deutschland stattgefunden hat. Die immensen Sicherheitsmaßnahmen versetzen die Innenstadt für mehrere Tage in einen Ausnahmezustand.

Viele der 20.000 Gipfel-Polizisten kommen aus Hannover. Die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen (ZPD) schickt nach HAZ-Informationen alle ihre sieben Hundertschaften. Dazu kommen Wasserwerfer und technische Einheiten. Einige Beamte waren bereits in Hamburg und haben beispielsweise dabei geholfen, das dortige Polizeipräsidium mit Stacheldraht zu sichern. Zudem wird Karsten Wolff, einer der Pressesprecher der Behörde, den Hamburger Kollegen dabei helfen, die Vielzahl von Presseanfragen zu bearbeiten. Die Polizeidirektion Hannover entsendet Teile der Reiter- und der Hundestaffel. Hinzu kommt eine Motorradstaffel, die bei den Eskorten der Staatsgäste benötigt wird.

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Der Aufbau der polizeilichen Führungsstäbe hat bereits begonnen, auch wenn der Gipfel selbst noch zwei Wochen entfernt ist. Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen ist ebenfalls im Einsatz, gibt sich auf Anfrage aber recht zugeknöpft. „Wir entsenden eine Vielzahl von Spezial- und Einsatzkräften“, sagt LKA-Sprecher Hans Retter nur. Die Bundespolizei schickt 3800 Beamte aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Federführung hat die Direktion Hannover, Hamburg zählt zu ihrem Zuständigkeitsbereich. „Es ist ein sehr breit gefächerter Einsatz“, sagt Behördensprecher Jörg Ristow. Entsandt werden unter anderem zahlreiche Hundertschaften, Hubschrauber, Werkstattpersonal und Mediziner. Die Planungen laufen seit Dezember.

Condor lenkt Flüge nach Langenhagen um

6000 Delegierte werden beim G20-Gipfel erwartet. Am Hamburger Flughafen landen zudem neben den normalen Passagierjets mindestens 70 Regierungsmaschinen. Condor lenkt seine Flieger daher wegen der erwarteten Behinderungen nach Langenhagen um. Tagungsort ist das Messegelände nahes des Schanzen- und des Karolinenviertels, die beide als linksalternativ gelten. Die Behörden rechnen mit Tausenden Demonstranten und bis zu 8000 Gewaltbereiten, das City Management befürchtet 15 Millionen Euro Umsatzverluste.

Damit alles möglichst friedlich verläuft, setzt die Polizei auf Kommunikationsteams. Für die Bundespolizei sucht unter anderem Rainer Horchler das deeskalierende Gespräch mit Passanten und Demonstranten. Sein etwa 20-köpfiges Team sehe sich „als guter Botschafter der Polizei“. Anfangs gehe es eher um Reiseinformationen. „In der heißen Phase versuchen wir dann, alle Maßnahmen transparent darzustellen“, sagt Horchler. Damit meint er Sperrungen, Verbote von Sitzblockaden und ähnliches. Und wenn sie wenigstens einige Demonstranten vom Krawallmachen abbringen können, „war unsere Arbeit schon ein Erfolg“.

Von Tobias Morchner und Peer Hellerling

26.06.2017
25.06.2017