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Aus der Stadt Hannovers Polizei warnt vor Taschendieben auf Bobbycars
Hannover Aus der Stadt Hannovers Polizei warnt vor Taschendieben auf Bobbycars
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21:06 14.12.2011
Von Tobias Morchner
Taschendiebe setzen in Hannover neuerdings gezielt Vorschulkinder auf Bobbycars oder Tretrollern als Helfer ein, um an die Geldbörsen ihrer Opfer zu gelangen.
Taschendiebe setzen in Hannover neuerdings gezielt Vorschulkinder auf Bobbycars oder Tretrollern als Helfer ein, um an die Geldbörsen ihrer Opfer zu gelangen. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Rund zehn Fälle dieser Art registrierte die Bundespolizei zwischen Januar und November dieses Jahres allein im hannoverschen Hauptbahnhof. „Die Kindergartenkinder werden losgeschickt, um die Opfer, meist ältere Damen oder Herren, im Gedränge des Bahnhofsbetriebes mit ihren Fahrzeugen anzufahren“, sagt Detlef Lenger von der Bundespolizei.

Immer wieder rammen die Drei- bis Fünfjährigen ganz bewusst ihre Opfer, bis diese sich gedanklich ausschließlich mit dem Kleinkind, dessen wilder Fahrweise und der Suche nach den vermeintlich verantwortungslosen Eltern der Kinder beschäftigen. In diesem Moment der größten Ablenkung tritt der erwachsene Taschendieb unbemerkt an die Opfer heran und entwendet die Brieftaschen. „Oft gibt sich genau zu diesem Zeitpunkt ein angebliches Elternteil zu erkennen, bittet das Opfer wortreich um Entschuldigung für das ungezogene Verhalten des Kindes und lenkt den Betroffenen weiter vom eigentlichen Geschehen ab“, sagt Lenger.

Der Einsatz von Vorschulkindern hat für die Taschendiebe mindestens zwei Vorteile. Zum einen können die Minderjährigen strafrechtlich nicht belangt werden. „Zum anderen sind die Opfer arglos, wenn sie von dem Bobbycar angefahren werden“, sagt Lenger. Nach Erkenntnissen seiner Behörde stammen die Täter, die sich auf diese Masche spezialisiert haben, aus Südosteuropa, leben aber in Westfalen. Mit dem Zug reisen sie von Bahnhof zu Bahnhof. Inzwischen sind die Zivilfahnder der Bundespolizei in Hannover und anderswo allerdings äußerst wachsam, wenn ihnen in der Bahnhofshalle ein Kind mit Bobbycar begegnet. „Verdächtige Personen werden umgehend überprüft“, sagt Detlef Lenger.

Neben der neuen Masche haben auch die alten Methoden der Taschendiebe noch längst nicht ausgedient. Nach wie vor nutzen die Täter das dichte Gedränge beispielsweise auf den Rolltreppen oder an den Bahnsteigen für ihre Zwecke aus. Auch der Trick, den Opfern weit ausgebreitete Stadtpläne vorzuhalten, um umständlich nach dem Weg zu fragen, während der Komplize die Geldbörse des Auskunftswilligen entwendet, hat nach wie vor Konjunktur. „Wir haben dennoch festgestellt, dass die Menschen besser als in den vergangenen Jahren auf ihre Wertgegenstände achten“, sagt Lenger. Die Zahl der Taschendiebstähle in Hannover wird trotzdem annähernd so hoch ausfallen wie im vergangenen Jahr. 2010 verzeichnete die Bundespolizei im Bahnhof 710 Delikte dieser Art. Zwischen Januar und November dieses Jahres waren bislang 605 Taschendiebstähle registriert.

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