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Aus der Stadt Nach 32 Jahren: Schmalstiegs Mütze ist wieder da
Hannover Aus der Stadt Nach 32 Jahren: Schmalstiegs Mütze ist wieder da
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00:33 11.04.2018
Wieder vereint: Herbert Schmalstieg mit seiner typischen Mütze. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

 Sie war Wiedererkennungssymbol und Markenzeichen zugleich: Auf alten Fotos sah man Hannovers Langzeit-OB stets mit seiner Mütze, einer Sonderanfertigung, einem Mittelding zwischen Elbsegler und Prinz-Heinrich-Mütze. 1986 ging sie verloren. Jetzt hat ein ehrlicher Finder sie zurückgebracht. „Sie lag in einer Plastiktüte vor meiner Haustür“, sagt Schmalstieg und strahlt: „Das ist eine große Freude.“

Das gute Stück hatte Schmalstieg sich einst vom Hutmacher des hannoverschen Herrenausstatters Alois Bunge anfertigen lassen. „Der Elbsegler, den Helmut Schmidt immer trug, war mir zu flach, die Prinz-Heinrich-Mütze zu hoch – deshalb hat mir der Hutmacher ein eigenes Modell gefertigt“, erinnert sich Schmalstieg. Doch es verschwand bei einer Goldenen Hochzeit 1986. „Ich hatte sie hängen lassen und den Fahrer noch am gleichen Abend zu dem Ehepaar geschickt – aber sie war nicht auffindbar.“

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Das Ehepaar ist gestorben, nach dem Tod packten Umzugshelfer viele Utensilien in Kisten. Jetzt hat der Sohn Michael Hiemer aus Garbsen dort die Mütze wiedergefunden, wie er in einem Brief an Schmalstieg schreibt. „Ich kann mich noch gut an Ihren Besuch erinnern“, heißt es da: „Sie kamen mit Mütze, gratulierten, aßen ein Stück Kuchen und waren wieder auf dem Sprung zum nächsten Termin.“ In dem Durcheinander nach der Feier habe man die Mütze nicht gefunden – „deshalb taucht Ihr Eigentum erst Jahrzehnte später wieder auf.“

Der Garbsener findet: „Eigentlich ist es ein Stück Geschichte von Ihnen und der Stadt Hannover. Denn nach dem Verlust hat man Sie nie wieder mit Ihrem Markenzeichen gesehen.“ Das stimmt nicht ganz: Schmalstieg hatte sich einst gleich drei Mützen fertigen lassen. Ein Modell versteigerte er 2007 bei einer wohltätigen Aktion, das zweite ging irgendwann verloren – und so ist das jetzt wieder aufgetauchte Exemplar tatsächlich ein Unikat für den ex-OB, der seit 2006 im Ruhestand ist.

Der Brief des Garbseners schließt mit den Worten: „Ich hoffe, Sie sind uns nicht böse und freuen sich trotzdem über das Fundstück.“ Tatsächlich ist Schmalstieg überhaupt nicht böse, im Gegenteil. Weil Finder Hiemer telefonisch nicht zu erreichen ist, hat er ihm einen Dankesbrief zurückgeschrieben. Und verspricht: „Irgendwann gebe ich diese Mütze ins Historische Museum oder ins Stadtarchiv.“

Von Conrad von Meding

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