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Aus der Stadt Hannovers Sekretärinnen wollen auch mal Nein sagen
Hannover Aus der Stadt Hannovers Sekretärinnen wollen auch mal Nein sagen
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20:01 10.04.2011
Von Juliane Kaune
Simone Bröer arbeitet im Sekretariat der Grundschule Burgdorf-Otze. Quelle: Martin Steiner
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Seit neun Jahren arbeitet Simone Bröer im Schulsekretariat der Grundschule Burgdorf-Otze. Und sie macht ihren Job gern. Doch die Anforderungen an sie und ihre Kolleginnen in den Schulen der Region sind stetig gewachsen. Ob es um eigenverantwortliche Schule geht, Ganztagsbetrieb oder doppelten Abi-Jahrgang, Themen wie Integration und Sprachförderung oder die neue Oberschule – stets kommen neue Aufgaben auf die Schulverwaltungskräfte zu. Bisher, sagt Bröer, werde die zunehmende Arbeitsbelastung von den Verantwortlichen in Politik, Ministerien und Kommunen aber nicht angemessen berücksichtigt: „Wir fühlen uns nicht wahrgenommen.“

Um das zu ändern, hatte die 43-Jährige, die auch Vorsitzende des Vereins der Schulverwaltungskräfte Niedersachsen ist, zum ersten „Tag der Schulsekretariate“ eingeladen. 270 der rund 400 Vereinsmitglieder aller Schulformen waren am Sonnabend in den Pavillon gekommen. „Letztlich geht es darum, dass unsere Kompetenz unmittelbar entscheidend für die Qualität von Schule ist“, betont Bröer. Mit den Schulleitungen, von denen etliche Vertreter an der Tagung teilnahmen, ziehe man an einem Strang.

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Um ihre Situation zu verbessern, wollen Bröer und ihre Mitstreiter (der Verein hat auch zwei männliche Mitglieder) erreichen, dass für die anfallende Mehrarbeit auch mehr Stunden zur Verfügung gestellt werden. Auch eine bessere Entlohnung für die immer anspruchsvolleren Aufgaben sei unabdingbar. Noch seien die Kolleginnen im unteren Bereich der Tarife angesiedelt, kritisiert Bröer. Ziel sei, mindestens im mittleren Level zu landen: „Unsere Arbeit ist vergleichbar mit der einer Vorstands- oder Geschäftsleitungsassistenz.“ Zudem fehlten Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Verwaltungskräfte, auch das wurde am Sonnabend deutlich, gelten häufig als „gute Seele“ der Schule und „Mädchen für alles“. „Viele von uns“, berichtet etwa Cornelia Schäfer, die im Schillerschul-Sekretariat arbeitet, „können einfach nicht Nein sagen.“

Ihre Forderungen richten die Verwaltungskräfte ebenso an die kommunalen Schulträger wie an Kultusministerium und Landtag. Bekenntnisse gibt es genug: Die Schulpolitiker von CDU- und SPD-Fraktion, Christoph Dreyer und Frauke Heiligenstadt, sicherten zuvor im Pavillon Unterstützung zu. Auch Hannovers Schuldezernentin Marlis Drevermann würdigte die Leistungen der Schulsekretariate. Und ein Vertreter des Ministeriums richtete Grüße von Kultusminister Bernd Althusmann aus.