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Aus der Stadt Hannovers Spendenbereitschaft ist groß
Hannover Aus der Stadt Hannovers Spendenbereitschaft ist groß
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20:41 03.05.2015
Von Conrad von Meding
Fertig zum Abflug: Im Sam-Nok-Lager sortieren Mitgründer Holger Scheffler (v. li.), Studentin Jyoti Brinke und Martin Lieberwirth die Spenden. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

„Auch nach dem Tsunami in Thailand und dem Wirbelsturm auf den Philippinen hatten wir Spenden vermittelt“, sagt Ulrich Volke, „aber diesmal ist die Anteilnahme der Hannoveraner besonders groß.“ Zelte und Schlafsäcke, Kleidung und Decken, Windeln und Medizin – mehr als 30 Paletten mit Hilfsgütern hat er zusammen mit Freiwilligen am Wochenende gepackt. „Ich bin überwältigt“, sagt der 53-Jährige.

Seit 20 Jahren betreibt Volke mit Partnern das Geschäft an der Vahrenwalder Straße und unterhält daher intensive Kontakte zu Handwerkern auch aus der Erdbebenregion. „Am Dienstag habe ich den Anruf eines Freundes bekommen, dass Transportkontingente für Hilfslieferungen frei sind“, sagt er. Über Facebook hat er einen Aufruf gestartet und um Spenden gebeten. Mit dieser Resonanz aber hatte er nicht gerechnet.
„Mit Tränen in den Augen“ hätten Hannoveraner Hilfsgüter vorbeigebracht. Einige hätten sogar extra Decken und Zelte gekauft. „Eigentlich sind Geldspenden sinnvoller, weil dann die Mehrwertsteuer nicht entrichtet werden muss“, sagt Volke. „Aber auch das ist eben ein Zeichen, dass den Menschen diese Katastrophe nahegeht.“

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Mehrere Mitglieder der nepalesischen Vereinigung Hannovers halfen beim Sortieren und Verpacken. Eine der freiwilligen Helferinnen ist die gebürtige Nepalesin Jyoti Brinke. Sie studiert in Hannover. „Eigentlich wollte ich nur Spenden vorbeibringen, aber dann habe ich gesehen, dass hier jede Hand gebraucht wird“, sagt sie. Der erste Flug mit Hilfsgütern habe Hamburg schon verlassen, sagte Henrik Meyer aus Lemförde am Sonntagnachmittag. Er koordiniert den Abtransport. Ein weiteres Flugzeug starte am kommenden Sonnabend, einige Güter würden auch per Schiff transportiert. Künftig würde vor allem Werkzeug benötigt. „Wir brauchen Schaufeln und Kellen, denn die Menschen dort rühren den Zement für den Wiederaufbau mit der Hand an.“

Volke plant gemeinsam mit der nepalesischen Vereinigung für Sonnabend, 12 bis 18 Uhr, einen Benefiztag mit Kultur und Speisen, der Erlös soll gespendet werden.

Lehrterinnen weiter vermisst

Derweil gibt es von den beiden 20-jährigen Lehrterinnen Leoni Elsner und Nina Stechmann weiter kein Lebenszeichen. Sie waren zu Monatsbeginn in Kathmandu zu einer Trekkingtour ins Langtang-Tal aufgebrochen, in dem es besonders schwere Verwüstungen gegeben hat. Dort werden den offiziellen Listen zufolge noch 38 Menschen vermisst, davon vier Deutsche. Die Regierung hat zwar am Wochenende mitgeteilt, es gebe keine Hoffnung mehr auf Überlebende. Trotzdem wurden noch vier Personen, darunter ein 105-Jähriger, geborgen. Weil die Infrastruktur zusammengebrochen ist, gibt es vielfach auch keinen Kontakt zu vermissten Eingeschlossenen. Die Familien und Freunde der beiden Lehrterinnen hoffen weiter.     

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