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Aus der Stadt Hannovers Telemax wird 25: Die schönsten Bilder
Hannover Aus der Stadt Hannovers Telemax wird 25: Die schönsten Bilder
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19:58 26.09.2017
Quelle: HAZ
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Wie kommt man bloß auf die Idee, einen eckigen Fernsehturm zu bauen? Der Mythos lautet so: Als das Planungsmodell für den hannoverschen Telemax dem damaligen Stadtbaurat Hanns Adrian und Ratspolitikern vorgestellt wurde, soll es die Aufschrift „Modell Hamburg“ getragen haben. Über die Zurücksetzung erbost, forderten die Hannoveraner etwas ganz Ungewöhnliches. Und das ist der Telemax geworden. Einen Turmschaft nicht rund zu bauen wie Fabrikschornsteine oder Siegessäulen (was die effizienteste Statik verspricht), sondern quadratisch, das ist Verschwendung pur, im positiven Sinne. Skulptur am höchsten Bauwerk der Stadt. Oder schlicht: Architektur.

1992 wurde Hannovers Fernsehturm in Groß Buchholz nach rund drei Jahren Bauzeit eröffnet. Mit 282 Metern gehört der Turm zu den fünf Höchsten in Deutschland und ist seitdem ein Wahrzeichen für Hannover. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte des Telemax. 

Nach dreijähriger Bauzeit wurde der 282 Meter hohe Turm neben dem Messeschnellweg in Groß-Buchholz 1992 eröffnet. Das ist genau 25 Jahre her. Eine Geburtstagsfeier zum Jubiläum aber wird es nicht geben. Bei der Telekom und ihrer jetzt zuständigen Tochtergesellschaft Deutsche Funkturm wurde der Termin glatt vergessen. Und auf Feiern und Öffentlichkeit legt man ohnehin nicht mehr so viel Wert, seit die Muttergesellschaft Telekom nicht mehr zuständig ist. Früher hat es Tage der offenen Tür geben, sogar mal einen Turmlauf für Menschen mit guter Puste, der Turm war zur Computermesse Cebit in Magentatönen angestrahlt. Fernsehturm-Regionalchef Tomas Reichelt hat eine plausible Erklärung dafür, warum die Öffentlichkeit den Turm nicht mehr von innen sieht. Viel Bürokratie sei nötig, die Berufsgenossenschaft müsse gefragt werden, bevor Betriebsfremde hineindürften. Und letztlich sei es ja auch nicht Unternehmenszweck, den Turm zu öffnen, sondern die Funktionsfähigkeit zu gewährleisten.

Wer aber braucht überhaupt noch einen Fernsehturm, heute, wo doch fast alle Nutzer über Satellit oder Kabel fernsehen? Die großen Parabolantennen auf den Plattformen sind fast alle abgeschraubt. Man könnte den Eindruck bekommen, der Turm sei so nutzlos wie sein 141 Meter hoher Vorgänger Telemoritz am ZOB, der 1960 erbaut und 1992 außer Betrieb genommen wurde und heute nur noch Werbung für VW Nutzfahrzeuge ausstrahlt.

Reichelt kennt solche Fragen. Nein, sagt er, der Turm sei keineswegs überflüssig. Natürlich sei die Ausstrahlung des Analogfernsehens entfallen, aber auch heute noch würden die UKW-Radiosender vom Telemax ausgestrahlt, und das DVB–T2-Programm kommt aus dem rot-weißen Gfk-Rohr auf der Turmspitze. Doch der wahre Existenzgrund für Fernsehtürme sei der Richtfunk. „Ohne den Fernsehturm würde das Kabelfernsehen nicht funktionieren“, sagt Reichelt. Viele Sendeanstalten schickten ihre Fernsehsignale von Funkturm zu Funkturm und ließen sie vor Ort ins Kabelnetz einspeisen. Zur wirtschaftlichen Situation sagt Deutsche-Funkturm-Sprecher Christian Fischer in Bonn keine Zahlen, nur soviel: „Als die Gesellschaft ausgegründet wurde, war die Telekom traurig, dass die Zahlen aus ihrer Bilanz verschwinden.“

50 Mitarbeiter arbeiten in der nahen Funkturmverwaltung. Oben aber ist nur selten etwas los. „Es kann sein, dass drei Wochen lang niemand auf der oberen Plattform ist“, sagt Reichelt. Wenn aber Montagen zu erledigen sind, dann tummeln sich durchaus auch mal fünf bis sechs Monteure in 180 Metern Höhe. Schwindelfrei sollte man dort schon sein.

Conrad von Meding 29.09.2017
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