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Aus der Stadt Hannovers Uni begrüßt die Erstsemester
Hannover Aus der Stadt Hannovers Uni begrüßt die Erstsemester
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21:12 09.10.2011
Von Juliane Kaune
Imposanter Bau: Seit 1879 residiert die Uni im Welfenschloss. Quelle: Martin Steiner

Das Welfenschloss

Es ist ein Schloss, in dem nie ein König gewohnt hat. Stattdessen zog dort vor 132 Jahren die „Königlich Technische Hochschule“ ein – und die war der Vorläufer der heutigen Leibniz Universität, die dort noch immer ihren Hauptsitz hat. Kaum zu glauben, dass die prunkvolle Immobilie ein ganzes Jahrzehnt leer gestanden hatte. Denn zwischen 1866 bis 1876 fand sich niemand, der in das hochherrschaftliche Schloss einziehen wollte, das die Welfenfamilie seinerzeit als Hauptsitz des Königsreichs Hannover hatte erbauen lassen. Die Annexion des Königreichs und die Entthronung der Welfen durch die Preußen anno 1866 machten den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Erst mit dem Einzug der Hochschule 1879 kam nach einem aufwendigen Umbau im Inneren wieder Leben in die hochherrschaftlichen Schlossmauern.

Das ist bis heute so geblieben: Studenten und Dozenten gehen im Welfenschloss täglich ein und aus. Verschiedene Institute der drei Fakultäten Mathematik und Physik, Elektrotechnik und Informatik sowie Bauingenieurwesen und Geodäsie sind dort zu Hause. Zudem residiert Uni-Präsident Prof. Erich Barke im Schlossgebäude. Dort ist auch die Verwaltung der Hochschule untergebracht, an der derzeit mehr als 22.000 Studenten eingeschrieben sind, gut 340 Professoren lehren und rund 2380 weitere Beschäftigte arbeiten.

Gleich hinter dem Hauptportal mit den majestätischen Löwenskulpturen liegt der zentrale Lichthof, in dem am heutigen Montag die Studienanfänger willkommen geheißen werden. Gleich dahinter finden die Erstsemester auch die beste Orientierung durch den Uni-Dschungel: Im Service-Center im Erdgeschoss sind alle Einrichtungen zu finden, die den Studienalltag erleichtern sollen – die Zentrale Studienberatung zählt ebenso dazu wie das Immatrikulationsamt, das Fachsprachenzentrum, das Hochschulbüro für Internationales oder eine Außenstelle des Studentenwerks, das bei Fragen rund um Wohnungssuche und Studienfinanzierung hilft. Und wer Hunger hat, kann sich eine Etage tiefer in der „Sprengelstube“ stärken – die Traditionscafeteria betreibt das Studentenwerk bereits seit 1956.

Der Conti-Campus

Der Name kommt nicht von ungefähr: Conti-Campus heißt der Standort am Königsworther Platz, weil dort einst die Konzernzentrale des hannoverschen Reifenproduzenten ansässig war. Als die Continental AG Anfang der neunziger Jahre umzog, übernahm die Uni die denkmalgeschützten Bauten, die 1952/53 errichtet worden waren. Besonders markant ist das 14-stöckige Hochhaus. Die Etagen sind an Juristen sowie Sprach- und Literaturwissenschaftler vergeben. Bis vor zwei Jahren konnten Studenten im obersten Geschoss die Aussicht in einer Cafeteria genießen. Inzwischen sind daraus studentische Arbeitsräume geworden – den Panoramablick über die Dächer von Hannover gibt es natürlich noch immer.

Im angrenzenden Flachbau, in dem die Conti-Direktoren residierten, sind heute die Wirtschaftswissenschaftler untergebracht. Sie halten ihr Erbe in Ehren: 2010 ließen sie die Empfangshalle noch einmal aufwendig sanieren, seitdem finden dort Wirtschaftsempfänge statt. Ebenfalls auf dem Campus zu finden ist die Bibliothek der drei Fakultäten, sie wurde im umgebauten früheren Rechenzentrum der Conti untergebracht. Aus den Konzerngaragen an der Schloßwender Straße wurde die Mensa „Contine“, die das Studentenwerk seit 2007 betreibt. Das Hörsaalgebäude im Innenhof wurde jüngst noch einmal aufgestockt: Wegen des Doppel-Abijahrgangs ließ die Uni einen weiteren Hörsaal bauen.

Das höchste Haus

Es ist das höchste aller Uni-Gebäude: Auf 69,40 Meter bringt es das Hochhaus in der Appelstraße – und überragt damit sein Pendant auf dem Conti-Campus um satte 16,10 Meter. Ein städtebaulicher Blickfang ist der Gebäudeturm von 1972 nicht. Dafür bietet er viel Platz für Institute der Fakultäten Bauingenieurwesen und Geodäsie, Elektrotechnik und Informatik sowie Maschinenbau. Auch das Internetforschungszentrum L3S ist dort zu finden, ebenso das Techlab, das Schülern Lust auf Ingenieurwissenschaften machen soll. Das Areal, das die Uni zu Beginn der sechziger Jahre erwarb, ist ein früheres Kasernengelände. Historische Bauten, die etwa als Offizierskasino oder als Pferdekrankenstall dienten, wurden in die Planungen integriert. Das neueste Gebäude ist das 2009 eröffnete Laboratorium für Quantenengineering – dort forschen fünf Fakultäten an winzigsten Materialteilchen.

Mehr Licht!

Bereits 1937 sicherte sich die damalige Technische Hochschule den Gebäudekomplex an der Schloßwender Straße, in dem zuvor die Druckerei König & Ebhardt ansässig war. Noch heute zeugt eine Skulptur von Johannes Gutenberg, dem Vater der Buchdruckkunst, von der Vergangenheit des Backsteinbaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser auf unkonventionelle Weise aufgestockt – mit einer Etage aus Kupfer und Glas. Dort oben sollten Architekturstudenten genug Tageslicht zum Arbeiten haben. Ende der siebziger Jahre siedelte die Uni auch das Regionale Rechenzentrum an. Der Umzug der Architekten nach Herrenhausen 2003 hatte einen Dominoeffekt: Vier Jahre später zogen die Erziehungswissenschaftler der Philosophischen Fakultät an die Schloßwender Straße. Sie machten damit das Gebäude der früheren Pädagogischen Hochschule an der Bismarckstraße frei, das die Uni nicht mehr braucht.

Das Chemie-Schloss

Zur Eröffnung anno 1909 gaben sich eine Reihe hoher Herren die Ehre: Stadtdirektor Heinrich Tramm, Infanteriegeneral Otto von Emmich sowie die Kommerzienräte Eugen de Haën und Siegmund Seligmann wollten dabei sein, als der Neubau für das chemische Institut der damaligen Technischen Hochschule in der Callinstraße feierlich seine Türen öffnete. Seinerzeit wurde der prunkvolle Bau auf dem Campus „Schloss“ genannt – nicht weit entfernt vom Welfenschloss. Noch heute gehen in dem Gebäude im Stil der Neorenaissance Chemieprofessoren und -studenten ein und aus. Vier Jahre lang wurde es mit Landesgeld für 22,2 Millionen Euro aufwendig saniert, Anfang des Jahres zogen die Chemiker wieder ein.

Im Garten lernen

Einen schöneren Standort zum Studieren kann man sich kaum vorstellen: Gegenüber der Herrenhäuser Gärten liegen die leuchtend gelben Gebäude des Areals für Gartenbau, Landschaftsarchitektur und Umweltentwicklung. Die Flachbauten aus dem Jahr 1949 erstrecken sich entlang der Herrenhäuser Straße. Sie begrenzen die weitläufigen Gartenflächen, Felder und Gewächshausanlagen, auf und in denen die Gartenbauingenieure ihre Versuche durchführen. Auch Biologen arbeiten in den Laboren der Institute. Die Experten für Molekulare Pflanzenwissenschaften haben besonderen Grund zur Freude: Sie erhalten für ihre Forschungsprojekte einen 16 Millionen Euro teuren hochmodernen Neubau. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Naturwissenschaftlern sind seit 1985 die Landschaftsarchitekten untergebracht – in einer früheren Kirchenkanzlei.

Mehr als Mahlzeiten: Die Hauptmensa

Sie feiert einen runden Geburtstag: Vor genau 30 Jahren wurde die Hauptmensa an der Callinstraße eröffnet. 1440 Plätze bietet der Bau, der aus heutiger Sicht als völlig überdimensioniert gilt – daran können auch steigende Studentenzahlen und der jetzt an die Uni drängende doppelte Abiturientenjahrgang nichts ändern.

Studentenwerksgeschäftsführer Eberhard Hoffmann möchte die Mensa denn auch seit Jahren umbauen lassen, um das Raumangebot sinnvoller nutzen zu können. Gemeinsam mit der Leibniz-Uni hat er beim niedersächsischen Wissenschaftsministerium bereits Anfang des Jahres Baupläne eingereicht. Vorgesehen ist, den Platz für die Kantine zu halbieren und im zweiten Gebäudeteil dringender benötigte Seminarräume einzurichten. Nach derzeitigen Schätzungen würde dieses Vorhaben rund 23 Millionen Euro kosten – eine Summe, die im Wesentlichen das Land zahlen müsste. Nun warten die Beteiligten auf eine Finanzierungszusage.

Zwischen 2800 und 4200 Essen werden derzeit täglich in der Mensa am Schneiderberg/Ecke Callinstraße zubereitet und serviert. Das Gebäude mit seiner typischen Fassade aus rotem Backstein und grünen Kontrastelementen ist aber mehr als ein Ort, wo Studenten und Professoren ihre Mahlzeiten einnehmen. Die Mensa ist ein Treffpunkt für die angehenden Akademiker, dort gibt es Serviceeinrichtungen des Studentenwerks und kleine Läden für den Studentenbedarf.

Die große Semester-Auftaktparty „Mensa Night“, die fast ein Jahrzehnt eine beliebte Kontaktbörse war, um Kommilitonen kennenzulernen, wird dort allerdings nicht mehr gefeiert. Im vergangenen Jahr hatte das Studentenwerk die Verträge mit den Veranstaltern gekündigt, weil sich Anwohner massiv über Lärmbelästigung beschwert hatten. Doch die Partymacher haben inzwischen eine Alternative gefunden. Bereits zu Beginn des vergangenen Wintersemesters hatten sie ins Agostea in der Rundestraße 6 eingeladen. Auch in diesem Jahr soll dort wieder der Semesterstart gefeiert werden. Am 15. Oktober von 21.30 Uhr an heißt es: „Bitte antanzen“. Der Eintritt beträgt sechs Euro, weitere Infos gibt es im Internet unter www.mensa-night.de.

Fünf Besucher des Tiergartenfestes in Kirchrode sind in der Notfallaufnahme der MHH wegen Darm- und Magenerkrankungen behandelt worden. Ein erster Verdacht, es könne sich um eine Vergiftung durch den hochtoxischen Knollenblätterpilz gehandelt haben, erhärtete sich nicht.

Bernd Haase 10.10.2011

Die Planspiele im Rathaus für eine Erhöhung der Grundsteuer schlagen hohe Wellen. Der Immobilieneigentümerverband Haus und Grundeigentum bezeichnete das Vorhaben am Wochenende als „skandalös“.

Andreas Schinkel 09.10.2011

Ein 22-jähriger Mann steht in Verdacht, zwei Passanten in der Innenstadt mit Pfefferspray angegriffen zu haben. Gemeinsam mit einem Komplizen sprach der Täter in der Nacht zu Sonnabend einen 21-jährigen Fußgänger in der Kurt-Schumacher-Straße an und forderte ihn auf, ihm sein Handy zu geben.

Vivien-Marie Drews 09.10.2011