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Aus der Stadt Hannovers berühmteste Wache schließt für ein Jahr
Hannover Aus der Stadt Hannovers berühmteste Wache schließt für ein Jahr
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00:16 24.12.2017
Gwendolin von der Osten, Leiterin der Polizeiinspektion Mitte, Inneminister Boris Pistorius und Polizeipräsident Volker Kluwe enthüllen das neue Schild der frisch sanierten Dienststelle.  Quelle: Rainer-Droese
Hannover

 Viele Geschichten ranken sich um die Herschelwache in Hannovers Innenstadt – jetzt bekommt die Polizeiinspektion (PI) Mitte in der Herschelstraße ein neues Gesicht. Für die Bürger bedeutet das zunächst Einschränkungen, denn für das Jahr 2018 wird die Polizeiwache für Publikumsverkehr geschlossen. 

Der erste Teil der Sanierungsarbeiten ist bereits abgeschlossen. Gut ein Jahr liefen die umfangreichen Sanierungen am Gebäude des Kriminal- und Ermittlungsdienstes. Am Freitag eröffneten Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) und Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe den renovierten Teil der Innenstadtwache. 

Als nächstes kommt das historische Gebäude auf der anderen Straßenseite dran. Die rund 190 Polizisten des Einsatz- und Streifendienstes, die derzeit noch dort untergebracht sind, können dagegen langsam mit dem Packen ihrer Sachen beginnen. Weil dieser Teil der Citywache ab Januar im zweiten Bauabschnitt saniert werden soll, müssen sie in anderen Dienststellen untergebracht werden. 

So marode ist die Herschelwache

Der schlechte Zustand der beiden Gebäude der Polizeiinspektion Mitte ist seit langem bekannt. Insbesondere das historische Bauwerk, in dem die eigentliche Wache untergebracht ist und das im neuen Jahr saniert werden soll, hat bereits mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. Im Sommer 2012 wurden hohe Bleiwerte im Wasser, das aus den Leitungen der Dienststelle kam, entdeckt. Die Behördenleitung lies daraufhin die Teeküche sperren. Trinkwasser durften die Polizistinnen und Polizisten nur noch aus eigens bereit gestellten Plastikflaschen entnehmen. Einige Monate zuvor hatte die Polizeidirektion alle acht Gewahrsamszellen des Gebäudes vorübergehend still legen müssen. Ein Verdächtiger hatte in der Zelle randaliert und dabei aus der Wand ein Stück einer Fliese heraus gebrochen. Der Mann verletzte sich leicht. Die weiteren Untersuchungen ergaben: Der Keller des Dienstgebäudes war feucht. Die Kacheln wurden lediglich auf Rigipsplatten befestigt, die wiederum vor dem feuchten Mauerwerk angebracht worden waren und sich mit der Zeit lösten. Im September 2013 musste ein Teil des Gebäudes eingerüstet werden, weil die Fassade dort abbröckelte.

Dieser Schritt bedeutet aber auch eine gehörige Umstellung für die Bevölkerung. Ab dem 2. Januar wird die Polizeistation am Raschplatz zur provisorischen Citywache und ist rund um die Uhr besetzt. Ab dem 16. Januar steht der Bevölkerung zudem auch die Polizeistation Schützenplatz rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche als Anlaufpunkt zur Verfügung. 

„Wir ziehen uns deswegen aber nicht aus der Innenstadt zurück, sondern sind weiterhin mit unseren Streifen präsent in der Innenstadt“, sagt Polizeipräsident Volker Kluwe. Dazu werden die Kollegen der PI Mitte durch Kräfte aus anderen Inspektionen verstärkt. Die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt sollen im Januar 2019 beendet sein. Insgesamt sind für die Sanierung der PI Mitte 3,45 Millionen Euro veranschlagt worden.

Die Polizeidienststelle Mitte an der Herschelstraße hat einen neuen Anstrich bekommen – nun wurde die frisch sanierte Wache feierlich eröffnet. 

Polizeipräsident Kluwe nutzte die Gelegenheit, um mit einem bis heute bestehenden Mythos aufzuräumen. Der Wache in der Herschelstraße sage man nach, die härteste Dienststelle Niedersachsens zu sein. Insbesondere im Internet verbreiteten sich viele Geschichten über die Treppe der PI Mitte, die hinunter zu den Gewahrsamszellen führt. Online berichten regelmäßig Verdächtige davon, wie sie angeblich die Stufen hinunter zu den Zellen gestoßen worden sein sollen. „Eine Treppe in den Keller gibt es nur in diesem Gebäude – die Wache mit den Zellen ist aber seit 17 Jahren im Nachbargebäude untergebracht, wo alle Personen mit dem Aufzug in die Zellen gebracht werden“, sagte Kluwe. Die neu gestalteten Räume der PI Mitte seien hell, freundlich und aufgeräumt. „So sehen wir uns auch und so wollen wir auch wahrgenommen werden, heute und in Zukunft“, sagte der Polizeipräsident.

Von tm

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