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Aus der Stadt Kaufte hannoverscher Millionär einen Zeugen?
Hannover Aus der Stadt Kaufte hannoverscher Millionär einen Zeugen?
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00:15 01.11.2016
„Es besteht Verdunklungsgefahr“: Wolfgang F. sitzt in U-Haft.
„Es besteht Verdunklungsgefahr“: Wolfgang F. sitzt in U-Haft. Quelle: May (Archiv)
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Hannover

F. soll einem Bekannten, Detlef F. aus Hamburg, geholfen haben, einen Zeugen zu kaufen, um dessen Verlobte vor einer Haftstrafe zu bewahren. Der Fall und der Prozess hatten für viel Aufsehen gesorgt. Melanie M., in Münchner Prominentenkreisen bekannt, soll auf dem Oktoberfest 2015 versucht haben, einen Mann mit einem Taschenmesser zu erstechen. Wegen versuchter Tötung stand sie deshalb im Sommer dieses Jahres vor Gericht. Der Zeuge, der sie entlasten sollte, entpuppte sich jedoch als Lügner. Noch im Gerichtssaal wurde er festgenommen. Er gestand später, von F. über Mittelsmänner angeheuert worden zu sein. 200.000 Euro soll er dafür geboten bekommen haben.

Im Zuge der Ermittlungen gegen den Hamburger stieß die Staatsanwaltschaft München I auch auf F. Die Polizei Hannover bestätigt, zusammen mit Münchner Kollegen die Büroräume von F. am Schiffgraben am Donnerstagvormittag nach belastendem Material durchsucht zu haben. Ob sie fündig wurden, dazu will sich die Behörde nicht äußern. Nach HAZ-Informationen sollen allerdings mehrere Ordner mit Akten, Handys und Laptops beschlagnahmt worden sein. Auch einen Tresor sollen die Beamten von F.s Mitarbeitern haben öffnen lassen.

Während der Durchsuchung kam F., der vergangenes Jahr ins schleswig-holsteinische Eckernförde umgezogen ist, ins Büro – und wurde gleich festgenommen. „Es besteht Verdunklungsgefahr“, sagt die Sprecherin der Münchner Staatsanwaltschaft I, Judith Henkel. Gegen Wolfgang F. und Detlef F. wird nun wegen Anstiftung zur Falschaussage ermittelt.

Dass Wolfgang F. auf Kaution freigelassen wird, ist jedoch unwahrscheinlich. Bekannte des 62-Jährigen bestätigen, dass er einen Antrag auf Einbürgerung in der Schweiz gestellt hat.  

Bereits in der Vergangenheit war F. durch einen Überfall auf sein als Privathaus genutztes Herrenhaus an der Burgstraße in Schloß Ricklingen (Garbsen) auffällig geworden. Damals kam es zu einem Einbruch, über den auch die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" berichtete. Die Diebe erbeuteten Schmuck, Geld und Antiquitäten im Wert von 1,3 Millionen Euro. Später wurde seine Ex-Frau angeklagt: Sie soll den Einbruch in Auftrag gegeben und zweimal versucht haben, Auftragskiller auf Wolfgang F. anzusetzen.

Bei dem Einbruch hatten die Täter Uhren, Schmuck und andere Gegenstände im Wert von rund einer Millionen Euro erbeutet.

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