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Aus der Stadt Hartes Tauziehen um Brauereien in Hannover
Hannover Aus der Stadt Hartes Tauziehen um Brauereien in Hannover
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21:35 15.10.2010
Herrenhäuser-Brauerei: Am Mittwoch tagt der Gläubigerausschuss. Quelle: Handout

Die noch 85 Mitarbeiter der Gilde Brauerei leben zwischen Hoffen und Bangen. Mit dem Frankfurter Brauhaus gibt es einen ernsthaften Interessenten für die Übernahme des ältesten hannoverschen Unternehmens, das der belgisch-brasilianische Bierriese InBev 2003 geschluckt hatte. Aber die größte Brauerei in Brandenburg, die seit Monaten als „heißer Kandidat“ für die Gilde gehandelt wird, stellt offenbar harte Bedingungen.

Wie nach einer Betriebsversammlung Mitte der Woche bei der Gilde bekannt wurde, haben die Verhandlungen zwischen InBev und der Brauerei in Frankfurt/Oder gerade begonnen. Das Brauhaus produziert neben der Marke Frankfurter auch für Discounter. Entstanden ist das Unternehmen aus der Oderland-Brauerei, die nach der Wende vom Dortmunder Getränkekonzern Brau und Brunnen übernommen worden war und 2003 an die Berliner TCB-Beteiligungsgesellschaft verkauft wurde.

Den Brandenburgern wird großes Interesse an Gilde nachgesagt, weil sie Braukapazitäten suchten. Die Gilde hätte Kapazitäten, insgesamt 1,8 Millionen Hektoliter. Jahrelang hat Gilde selbst Bier für Discounter gebraut. Den ganzen Sommer über haben die Frankfurter bereits bei der Gilde die Marke Bergadler für Lidl produzieren lassen. Sie kennen die Brauerei also. Knackpunkt in den Verhandlungen mit InBev könnte nach Einschätzung von Beobachtern die Entlohnung der Gilde-Mitarbeiter sein. Die Frankfurter zahlten Osttarif plus Zuschlag, das liege unter den hiesigen Gehältern, heißt es. Allerdings habe InBev bereits gedroht, sich von der Hälfte der Gilde-Mitarbeiter zu trennen, sollte der Verkauf nicht zustande kommen.

Unterdessen steht auch bei der angeschlagenen Herrenhäuser-Brauerei eine Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens bevor. Am Mittwoch tagt der Gläubigerausschuss. Wie zu erfahren war, soll Herrenhäuser-Geschäftsführer Manfred Middendorf dem Gremium sein Konzept für eine Weiterführung des Betriebes vorstellen. Außerdem wird erwartet, dass Interessenten an der Brauerei dem Ausschuss ihre Kaufangebote präsentieren. Insider meinen, dass es Interessenten gibt, die sowohl die Herrenhäuser-Brauerei als auch die Gilde Brauerei übernehmen würden. Für Herrenhäuser interessieren sich unter anderem Einbecker und Wolters.

Carola Böse-Fischer und Mathias Klein

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