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Aus der Stadt Hauptfeldwebel für Einsatz im Gefecht geehrt
Hannover Aus der Stadt Hauptfeldwebel für Einsatz im Gefecht geehrt
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21:20 24.02.2011
Von Klaus von der Brelie
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Den 7. Oktober 2010 wird Thorsten Brandt wahrscheinlich zeit seines Lebens nicht vergessen. An diesem Tag sollte der 39-jährige Hauptfeldwebel aus Uetze-Obershagen gemeinsam mit Fallschirmjägern aus Seedorf in Nordafghanistan eine Brücke sichern. Als die deutschen Soldaten an der Straße von Kundus nach Kabul ihre gepanzerten Fahrzeuge verließen, näherte sich ein Afghane, der eine Bombe unter seinem Gewand versteckt hatte. Der Attentäter zündete die Sprengladung und riss einen 26-jährigen Oberfeldwebel aus Seedorf mit in den Tod. Drei deutsche Soldaten wurden schwer, drei weitere leicht verletzt. Thorsten Brandt kam unversehrt davon, obwohl er von den Taliban in ein Gefecht verwickelt wurde, das fast fünf Stunden lang andauerte und die Bergung der Verwundeten zu einer schwierigen Angelegenheit für die Soldaten machte.

Weil Brandt dabei Außergewöhnliches leistete, ist er als erster Soldat in der Region Hanover mit der erst im November vom Bundespräsidenten genehmigten „Einsatzmedaille Gefecht“ ausgezeichnet worden. Überreicht wurde sie ihm am Donnerstag im Landeskommando Niedersachsen an der Hans-Böckler-Allee von seinem neuen Vorgesetzten, Oberst Ulrich Tebbel. „Natürlich freut man sich über eine solche Ehrung“, sagte Brandt. Tebbel wies darauf hin, dass die Gefechtsmedaille Leistungen würdigen soll, die Soldaten unter Lebensgefahr erbracht haben.

Brandt, der seit 19 Jahren bei der Bundeswehr dient, war von Juli 2010 bis Januar 2011 in Kundus im Einsatz, im Jahr 2009 war er mehrere Monate in Feisabad stationiert. Nach der Rückkehr aus Afghanistan ins heimatliche Obershagen habe er sich als Erstes darüber gefreut, wieder im eigenen Bett zu schlafen und eine Dusche ganz für sich zu haben. Dann hat er sich einen Urlaub gegönnt.