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Aus der Stadt Hautklinik aus Linden zieht auf den MHH-Campus
Hannover Aus der Stadt Hautklinik aus Linden zieht auf den MHH-Campus
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20:53 07.02.2011
Von Veronika Thomas
Eine starke Kooperation zwischen MHH und Klinikum Region Hannover: Am Montag stellten Karsten Honsel, Andreas Tecklenburg, Norbert Ohnesorg, Holger Baumann und Dieter Bitter-Suermann (v. l.) ihre Pläne von Hautklinik Linden, Herzchirurgie und Neugeborenenmedizin vor.
Eine starke Kooperation zwischen MHH und Klinikum Region Hannover: Am Montag stellten Karsten Honsel, Andreas Tecklenburg, Norbert Ohnesorg, Holger Baumann und Dieter Bitter-Suermann (v. l.) ihre Pläne von Hautklinik Linden, Herzchirurgie und Neugeborenenmedizin vor. Quelle: Rainer Surrey
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Die Kooperationsvereinbarung von MHH und KRH beinhaltet außerdem eine Ausweitung der Herzchirurgie am Klinikum Oststadt sowie der Neugeborenenmedizin in der KRH-Geburtsklinik im Krankenhaus Nordstadt. „Wir freuen uns sehr über die Vereinbarungen, die vor allem den Patienten der Region Hannover zugute kommen“, sagte KRH-Geschäftsführer Norbert Ohnesorg am Montag bei der Vorstellung der Planungen. Wie viel Geld die MHH dem KRH für die Aufgabe der Hautklinik bezahlt hat, darüber haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

„Nach dem Umzug der Frauenklinik aus dem Oststadtkrankenhaus 2004, schließt sich mit der Übernahme der Hautklinik jetzt der Kreis für die MHH“, sagte MHH-Vizepräsident Holger Baumann. „Damit werden in naher Zukunft, bis auf die Orthopädie, die im Annastift verbleibt, wieder alle medizinischen Disziplinen auf dem MHH-Campus vereint.“ Die Hautklinik Linden, eine der wenigen dermatologischen Fachkliniken Deutschlands, war schon in der Vergangenheit Lehrkrankenhaus für Nachwuchsmediziner der MHH. Auch die Forschung lag bereits in den Händen der MHH-Klinik für Dermatologie und Allergologie.

Ihre komplette Übernahme bedeutet für die MHH eine ideale Ergänzung ihrer bisherigen Forschungs- und Lehrtätigkeit, weil die Dermatologie immer stärker in den Fokus der Forscher rückt. „Die Haut ist neben der Schleimhaut das größtes Organ des Menschen“, sagte MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg und verwies auf eine zunehmende Vernetzung unter anderem von Dermatologen und Onkologen. „Die Wissenschaft arbeitet intensiv daran, bei zellulären Veränderungen der Haut Rückschlüsse auf andere Krankheiten zu ziehen.“ In der Hautklinik werden jährlich rund 11.000 Patienten stationär und ambulant behandelt; ihr Einzugsgebiet erstreckt sich über ganz Niedersachsen.

Auch in den Bereichen Herzchirurgie und Neugeborenenmedizin gehen MHH und KRH neue Wege: Künftig können unter Leitung des MHH-Herzchirurgen Prof. Axel Haverich gemeinsam mit Prof. Hans-Gerd Fieguth, Chefarzt der KRH-Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie am Klinikum Oststadt, 250 Patienten am Herzen operiert werden. Schon 2007 hatte der damalige KRH-Geschäftsführer Rainer Brase versucht, im Oststadtkrankenhaus eine eigene Herzchirurgie aufzubauen – allerdings im Alleingang. Anfang 2008 trennte sich das Klinikum der Region von seinem Geschäftsführer.

Neu vereinbart zwischen MHH und KRH wurde außerdem eine engere Zusammenarbeit im Bereich der Neugeborenenmedizin. Künftig werden zwei Ärzte der MHH-Klinik für Pneumologie, Allergologie und Neonatologie die Versorgung Neu- und Frühgeborener in der Frauenklinik des Klinikums Nordstadt sicherstellen.