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Aus der Stadt Hebammen demonstrieren für mehr Lohn
Hannover Aus der Stadt Hebammen demonstrieren für mehr Lohn
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09:41 11.10.2011
Von Andreas Schinkel
Vor dem Hauptbahnhof machen etwa 60 Hebammen auf ihre Lage aufmerksam.
Vor dem Hauptbahnhof machen etwa 60 Hebammen auf ihre Lage aufmerksam. Quelle: Simon Peters
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Hannover

Den Storch aus Stoff hochgereckt fällt die Hebamme Anja Lohmeier in den Sprechchor ihrer Kolleginnen ein: „Lasst uns nicht im Regen stehen“, rufen die etwa 60 Geburtshelferinnen vor dem Hauptbahnhof. Der landesweite Protest der niedersächsischen Hebammen wurde am Montag auch nach Hannover getragen. Die Geburtshelferinnen fordern von den Krankenkassen eine „angemessene Entlohnung“, denn von ihrem Beruf leben könnten nur noch die wenigsten freischaffenden Hebammen, sagt Lohmeier.

Für eine Hausgeburt bekommt eine Hebamme von der Kasse derzeit 548 Euro, das Doppelte wäre angemessen, meint Ursula Fietz, Vorsitzende des niedersächsischen Hebammenverbands. Zudem lastet ein hoher Kostendruck auf den Schultern der Frauen. „4000 Euro pro Jahr muss ich für meine Berufshaftpflichtversicherung aufbringen“, klagt Lohmeier. Mittlerweile sei ihr Beruf zum Hobby geraten, denn versorgen könne sie sich und ihre zwei Kinder von dem verdienten Geld nicht. „Im Grunde sind wir auf Lebenspartner mit gutem Einkommen angewiesen“, sagt sie.

Der lautstarke Protest der Hebammen bekommt viel Aufmerksamkeit. Zahlreiche Passanten, insbesondere Frauen, bleiben stehen und nicken zustimmend. „Wir dürfen nicht zum Ehrenamt degradiert werden“, ruft Lohmeier und reckt ihren Stoffstorch kampfeslustig in die Luft.

Stefanie Kaune 11.10.2011
Klaus von der Brelie 11.10.2011
10.10.2011