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Aus der Stadt Posaunenchor macht Bahnhof zum Konzertsaal
Hannover Aus der Stadt Posaunenchor macht Bahnhof zum Konzertsaal
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00:15 27.12.2014
Von Conrad von Meding
Bereits zum 65. Mal spielte der Posaunenchor der Stadtmission an Heiligabend in der Bahnhofshalle.
Bereits zum 65. Mal spielte der Posaunenchor der Stadtmission an Heiligabend in der Bahnhofshalle. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Drei Monate lang hat der Posaunenchor der Stadtmission unter Leitung von Rudolf Neumann geübt, wie immer unterstützt von zahlreichen weiteren Formationen aus Hannover. "Seit 1950 treffen sich Musiker mit Menschen, die in dieser besonderen Atmosphäre und mit dieser besonderen Akustik Weihnachtslieder singen wollen", sagt Stadtmissionsleiter Reinhard Fiola in seiner Ansprache. 23 Jahre hat er die Veranstaltung nun schon moderiert, ab nächstem Jahr gibt er die Moderation an Stephan Lackner von der Wiedereintrittsstelle des Stadtkirchenverbands ab, der diesmal schon die "Gedanken zur Heiligen Nacht" spricht. Von der Weihnachtsgurke handelt sie, dem putzigen Utensil, von dem viele Amerikaner glauben, es sei ein typisch deutscher Tannenbaumschmuck. Am Ende bekommt Lackner die Kurve zurück von der kuriosen Gurke hin zur Nächstenliebe und dem Jesuskind, um das es ja eigentlich geht.

Zum 65. Mal spielte der Posaunenchor der Stadtmission an Heiligabend sein Weihnachtskonzert im Hauptbahnhof.

Von klassischen Weihnachtsliedern wie "Es ist ein Ros entsprungen" oder Paul Gerhards anrührendem "Ich steh an Deiner Krippen hier" bis zum modernen "Stern über Bethlehem" singen die Gäste 75 Minuten lang Lieder, die längst zum Kulturgut auch derjenigen geworden sind, die sonst nicht in die Kirche gehen. Für die, die nicht textsicher sind, verteilt die Stadtmission Handzettel und bekommt im Gegenzug großzügige Spenden.

Angefangen hatte 1950 alles mit einem kleinen Konzert, verrät der dienstälteste Musiker an diesem Abend, Heinz Baumgardt, der seit fast 50 Jahren dabei ist. Ursprünglich war die Veranstaltung ein kleines Weihnachtskonzert des Vahrenwalder Posaunenchors, der Spätheimkehrer aus russischer Gefangenschaft willkommen geheißen hat. Über die Jahrzehnte aber ist das nächtliche Angebot so stark gewachsen, dass Rettungsgassen in der Bahnhofshalle freigehalten werden müssen, damit Reisende und im Notfall auch Einsatzkräfte das Platzkonzert passieren können. Und noch etwas anderes gehört zum Ritual inzwischen fest dazu: Wenn alles vorbei ist, verlangt das Publikum lautstark nach einer Zugabe. Dirigent Neumann und sein gut 100-köpfiges Orchester gewähren sie gerne - und bestimmt auch wieder im nächsten Jahr.

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