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Aus der Stadt Hanebuth seit einem Jahr in Haft
Hannover Aus der Stadt Hanebuth seit einem Jahr in Haft
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20:41 22.07.2014
Ein Ende seines Gefängnisaufenthaltes von Hanebuth ist weiterhin nicht in Sicht.
Ein Ende seines Gefängnisaufenthaltes von Hanebuth ist weiterhin nicht in Sicht. Quelle: Archiv
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Es ist nicht auszuschließen, dass der einst so einflussreiche Höllenengel auch seinen 50. Geburtstag im September hinter Gittern feiern muss. Eine Anklage gegen ihn oder konkrete Vorwürfe gibt es jedenfalls nach Auskunft seines spanischen Anwaltes Gonzalo Boye Tuset bislang weiterhin nicht. „Es hat den Anschein, als ob es dem Untersuchungsrichter bei seinen Ermittlungen in erster Linie mehr um die Person Frank Hanebuth geht als um handfeste Beweise für die Vorwürfe - und das ist rechtswidrig“, sagt der Jurist.

Bei einer Razzia unter Hells Angels auf Mallorca hat die spanische Polizei 25 Verdächtige festgenommen. Die meisten von ihnen stammten aus Deutschland. Unter den Verhafteten ist auch Frank Hanebuth.

Die spanischen Ermittler unter der Führung von Richter Eloy Velasco gehen weiterhin davon aus, dass die Hells Angels von Mallorca aus ein „mafiöses Netz über ganz Europa spannten, das sowohl wirtschaftlich als auch kriminell sehr aktiv war“. Unter anderem werden den Höllenrockern Prostitution, Erpressung, Betrug, Geldwäsche und Drogenhandel zur Last gelegt. Bei der Großrazzia vor einem Jahr waren insgesamt 24 Personen festgenommen worden. Neben Frank Hanebuth zählt Paul E. zu den bekannteren Verdächtigen der Gruppe. Die Rotlichtgröße aus Frankfurt ist in der Szene unter seinem Spitznamen „Thrombose-Paul“ bekannt. Er ist der Stiefvater von Holger B., jenem Mann der im Sommer 2010 in der Columbus-Bar im Steintorviertel zwei Italiener erschoss. Einer der Toten arbeitete als Pizzabäcker im Restaurant „Little Italy“, einer Gaststätte, die damals Götz von Fromberg, dem langjährigen Rechtsanwalt von Frank Hanebuth, gehörte.

Unterdessen haben die spanischen Behörden die vor einem Jahr bei der Razzia beschlagnahmten Motorräder und Fahrzeuge der Verdächtigen einen neuen Bestimmungszweck zugeführt. Die Maschinen und Autos dürfen, Medienberichten zufolge, seit Kurzem von der Guardia Civil auf Mallorca gefahren werden - darunter auch der VW Touareg von Frank Hanebuth.

Von Tobias Morchner und Jörn Kießler

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