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Aus der Stadt Haben Rocker Promis mit Sex-Fotos erpresst?
Hannover Aus der Stadt Haben Rocker Promis mit Sex-Fotos erpresst?
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20:11 07.08.2013
Von Tobias Morchner
Rocker in Handschellen: Hier wird der ehemalige Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth dem Haftrichter vorgeführt. Quelle: dpa
Mallorca/Hannover

Es gibt eine gut gepflegte Tradition bei den Hells Angels: Landet einer aus ihren Reihen im Gefängnis, rufen die anderen im Internet weltweit zu Spenden für ihre „brothers in jail“ – ihre Brüder im Knast- auf. Es ist gut möglich, dass auch Frank Hanebuth demnächst auf dieser Spendenliste auftaucht. Denn der 48-Jährige muss die nächsten Wochen, vielleicht sogar Monate weiter hinter Gittern verbringen. Der Ermittlungsrichter auf Mallorca hat dem Höllenengel jetzt den Haftbefehl verkündet.

Offenbar sehen die spanischen Behörden im Fall Hanebuth einen dringenden Tatverdacht als gegeben an – obwohl sie ihre Vorwürfe gegen den Rocker noch immer nicht präzisiert haben. „Das macht die Sache so schwierig, weil es nach wie vor nichts Konkretes gibt, zu dem wir Stellung beziehen können“, sagt Klaus Beyer, einer von zwei spanischen Anwälten, die Hanebuth auf der Insel vertreten. Beyer geht davon aus, dass sein Mandant möglicherweise die nächsten drei Monate absitzen muss. „Es wird einige Zeit dauern, bis alle sichergestellten Dokumente ausgewertet und übersetzt worden sind“, sagt der Jurist.

Beyer hat Frank Hanebuth am Freitagmittag im Gefängnis der Urlaubsinsel, dem „Centro Penitenciario“, in dem knapp 1900 Häftlinge Platz finden können und das sogar über einen eigenen Pool verfügt, besucht. „Er hat auf mich einen sehr ruhigen, sehr gefassten Eindruck gemacht“, sagt der Rechtsanwalt. Als erstes habe er sich nach seinem Sohn, seiner Lebensgefährtin und seiner Schwester erkundigt, berichtet Beyer. Bei der Razzia am Dienstag hatten die Behörden auch den Personalausweis von Hanebuths Sohn mitgenommen. Er konnte die Insel also nicht verlassen. Inzwischen hat der Anwalt das Dokument zurück.

In Handschellen auf Mallorca: Der Ex-Chef der hannoverschen Hells Angels, Frank Hanebuth, ist dem Haftrichter auf der Urlaubsinsel vorgeführt worden.

Unterdessen kommen immer mehr Details an Licht, wie die Hells Angels auf Mallorca das große Geld verdient haben. Wie die spanische Zeitung „Ultima Hora“ berichtet, sollen die Rocker Prominente und andere wohlhabende Ausländer mit kompromittierenden Fotos und Videos von Bordellbesuchen erpresst haben. Sie drohten damit, die Bilder und Filme an die Familien ihrer Opfer zu senden, wenn nicht hohe Summen an die Höllenengel gezahlt wurden. In einem Fall sollen die Täter 420 000 Euro kassiert haben. Wer die Zahlung verweigerte, soll dem Bericht zufolge, Besuch von einer Abordnung der „Ángeles del Infierno“, wie die Rocker in Spanien genannt werden, bekommen haben und von ihnen verprügelt worden sein.

Frank Hanebuth soll von all diesen Aktivitäten gewusst haben. Denn er ist nicht einfach ein Mitglied im mallorquinischen Charter der Rocker. Er hat sich zum Anführer des Klubs wählen lassen. Das hat er vor dem Ermittlungsrichter eingeräumt. Mehr hat er nicht gesagt. „Er geht davon aus, dass sich alle Vorwürfe in Luft auflösen werden“, sagt Hanebuths Rechtsanwalt Beyer.

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