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Aus der Stadt Hermes baut Logistikzentrale und schafft 150 Arbeitsplätze
Hannover Aus der Stadt Hermes baut Logistikzentrale und schafft 150 Arbeitsplätze
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00:20 06.10.2009
Von Conrad von Meding
Der Flughafen Hannover-Langenhagen. Quelle: ddp

Mindestens 150 zusätzliche Arbeitsplätze sollen nach Firmenangaben entstehen, womöglich sogar bis zu 200. Dabei handele es sich nicht um Aushilfsjobs, sondern Vollzeitarbeitsplätze, betont Firmensprecher Martin Frommhold. Gestern wurde der Vertrag für die 20 Millionen Euro teure Investition unterzeichnet. Bauherr wird die Industriesparte der Firma ECE, die wie Hermes zum Hamburger Otto-Konzern gehört.

Es wird ein Verteilzentrum der Superlative: Bis zu 40 Millionen Sendungen jährlich soll die riesige Sortieranlage bewältigen können. Auf dem 80 000 Quadratmeter großen Gelände entsteht bis Herbst 2010 ein 200 Meter langer Bau mit mehr als 120 Andockstationen zum Be- und Entladen von Lastwagen. Täglich 200 Lkw werden erwartet, die vor allem Pakete, aber auch Möbel und Briefe anliefern. Der Standort Hannover soll als sogenannter Nord-Hub fungieren: als Umschlagplatz für Güter im gesamten norddeutschen Raum. Die bisherige Hermes-Niederlassung in Garbsen wird aufgegeben, die dortigen 40 Mitarbeiter ziehen an den neuen Standort. „Für uns als Logistik-Dienstleister bietet Hannover wegen der guten Verkehrsverbindungen die besten Voraussetzungen“, lobt Hermes-Sprecher Frommhold: Der Standort sei „zentraler als Hamburg“.

Entsprechend feierte Regionswirtschaftsdezernent Georg Martensen gestern den Ansiedlungserfolg: Hermes passe „hundertprozentig“ ins Konzept der Region, den Logistikstandort zu stärken. In den vergangenen zwei Jahren seien durch Ansiedlungen und Erweiterungen 2900 neue Arbeitsplätze in der Branche entstanden und 4500 Arbeitsplätze gesichert worden, betont Martensen. Die Investitionssumme habe rund 450 Millionen Euro betragen. Das Grundstück, auf dem sich Hermes jetzt niederlässt, war die letzte Freifläche der Region im Airport-Business Park, die für Ansiedlungen zur Verfügung stand. In direkter Nachbarschaft sind etwa Iveco mit der neuen Nutzfahrzeugzentrale oder das Cargo-Terminal der BauWo mit DHL als Großmieter, die Spedition Dachser und andere Logistiker aktiv. Weil die Nachfrage ungebrochen ist, treibt der Flughafen den Ausbau seines eigenen Frachtareals voran, auf dem Projektentwickler Garbe ein Großlogistikzentrum entwickeln will.

Der Güterumschlag mithilfe von Lastwagen gilt zwar ökologisch als wenig erstrebenswert, zumindest bei der Heiztechnik aber soll der neue Hermes-Umschlagplatz umweltpolitisch vorzeigbar werden. Der Investor plane, für die Wärmeerzeugung eine Holzhackschnitzelanlage zu errichten, sagte Geschäftsführer Thoralf Schuster-Gutjahr gestern bei der Unterzeichnung der Verträge auf der Immobilien- und Investorenmesse ExpoReal in München. Das solle den CO²-Ausstoß um 80 Prozent und die Energiekosten um 30 Prozent senken.

Windwärts zieht zur Hanomag: Ebenfalls gestern wurde bekannt, dass der hannoversche Ökostrom-Anlagenbauer Windwärts als zweiter Großmieter auf das Hanomag-Areal in Linden-Süd umzieht. Die Münchener Dibag revitalisiert Hannovers größtes Industriedenkmal für rund 90 Millionen Euro, letzte Woche wurde die Telekom als erster großer Büromieter bekannt gegeben. Die 125 Windwärts-Mitarbeiter sind derzeit auf vier Gebäude im Ahrberg-Viertel verteilt und sollen im Herbst 2010 umziehen.

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