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Aus der Stadt Heroinabhängiger gesteht Raubmord an Rentnerin
Hannover Aus der Stadt Heroinabhängiger gesteht Raubmord an Rentnerin
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14:27 29.06.2009
Quelle: Tim Schaarschmidt (Archiv)

„Ich habe nur das Ziel gehabt, Geld klarzumachen und dann wegzukommen“, sagte der Drogenabhängige. Er habe die Frau nicht so schlagen wollen, dass sie stirbt, beteuerte er vor den Richtern. „Aber ich konnte auch nicht mehr zurück“. Die TV-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ führte zur Aufklärung des Falls.

Der damals Obdachlose hatte gegen Abend in das Haus des Bäckerehepaars einbrechen wollen und sich mit einem Brecheisen und einer Rohrzange bewaffnet. Um sicherzugehen, dass niemand zu Hause ist, hatte er zunächst er an der Tür geklingelt. Als die Seniorin öffnete, sei er erschrocken gewesen. Dann habe er zuerst den neben ihr stehenden Ehemann und danach die Frau niedergeschlagen. „Es ging alles so schnell, ich habe gedacht, die stehen wieder auf“, sagte der 33-Jährige.

Im Wohnzimmer und in der Küche suchte er nach Geld und fand schließlich etwa 180 Euro. Die 64-Jährige starb noch am Tatort. Der herzkranke 66 Jahre alte Ehemann überlebte die Attacke schwer verletzt, starb aber 15 Monate später eines natürlichen Todes.

Er habe einfach dringend Heroin gebraucht, erinnerte sich der Angeklagte, der zu Fuß ziellos von Hannover losgegangen war. „Mir tat zu dem Zeitpunkt alles weh, ich hatte Magenschmerzen, Krämpfe und war sehr nervös“, beschrieb er seine Entzugserscheinungen. Nach Sehnde sei er rein zufällig gekommen. In Bäckereien gebe es immer Geld zu holen, hatte er von einem Kumpel gehört. Deshalb sei die Wahl auf das Haus des Bäckerehepaares gefallen. Um keine Spuren zu hinterlassen, habe er Handschuhe getragen.

Erst in diesem April, mehr als zwei Jahre nach dem Raubmord, wurde die Bluttat aufgeklärt. Ein Kieler Häftling, der vor einem Jahr mit dem 33-Jährigen eineinhalb Tage durch Bremen zog, brachte die Polizei auf die Spur des Mannes. Im Gefängnis sah der 37-Jährige die Ausstrahlung des Falles in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ und erinnerte sich an den 33-Jährigen, der bei den gemeinsamen Streifzügen von der Tat in Sehnde erzählt hatte. Das Gericht hat vier Verhandlungstage angesetzt und will 13 Zeugen sowie zwei Sachverständige hören. Das Urteil soll am 8. Juli gesprochen werden.

lni

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