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Aus der Stadt Herrenhäuser Brauerei erweckt holländisches Bier zu neuem Leben
Hannover Aus der Stadt Herrenhäuser Brauerei erweckt holländisches Bier zu neuem Leben
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15:48 22.10.2010
Das springende Pferd im Wappen hat die Niederländer bei der Suche nach einer Brauerei nach Hannover geführt. Quelle: Rainer Dröse (Archiv)

Die angeschlagene Herrenhäuser-Brauerei in Hannover hat eine alte Biermarke in den Niederlanden zu neuem Leben erweckt. Die erste Lieferung des „Hengelo Biers“ sei am Donnerstag nach Holland gebracht worden, sagte Herrenhäuser-Geschäftsführer Manfred Middendorff. Die Region Twente in den Niederlanden führe wie Niedersachsen ein springendes Pferd im Wappen, dies habe die Niederländer bei der Suche nach einer Brauerei nach Hannover geführt. Das letzte Bier der Marke war in Holland vor 20 Jahren gebraut worden. „Das ist ein nettes Projekt“, meinte Middendorff. Zur Rettung der in der Planinsolvenz befindlichen Herrenhäuser-Brauerei trage der Auftrag aber nur wenig bei.

Die erste Lieferung mit 500 Kästen des „Hengelo Biers“ sei am Donnerstag beim Bürgermeister der niederländischen Stadt abgeliefert worden, sagte der Brauerei-Chef. „Wenn es gut läuft, werden es 5000 oder 50.000 Kästen.“ Auf alte Brau-Rezepte aus den Niederlanden wurde in Hannover nicht zurückgegriffen. Vielmehr gab der Initiator in den Niederlanden, Herbert Capelle, eine Geschmacksrichtung vor, die das Bier von anderen in dem Nachbarland unterscheiden soll.

Zur Rettung seiner Brauerei äußerte Middendorff sich optimistisch. „Ich persönlich gehe davon aus, dass die Brauerei weiterläuft und nicht zerschlagen wird.“ Gerüchten über eine mögliche Übernahme des Familienunternehmens mit rund 80 Beschäftigten trat er entgegen. „Es geht um ein Fortführen unter meiner Regie und in meinem Besitz.“ Die Brauerei laufe derzeit gut und bei dem Insolvenzverfahren drängten keine Fristen.

dpa

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