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Aus der Stadt Hier wird Hannover zur Staufalle
Hannover Aus der Stadt Hier wird Hannover zur Staufalle
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00:15 22.03.2015
Von Bernd Haase
40 Baustellen gibt es in diesem Jahr in Hannover.
40 Baustellen gibt es in diesem Jahr in Hannover. Quelle: HAZ
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Hannover

Es ist jedes Jahr ein Tag Mitte März, an dem die auto- und radfahrende Bevölkerung erfährt, wo es zwischen Frühjahr und Spätherbst eng wird im Stadtgebiet. Gestern war es wieder soweit. Der Fachbereich Tiefbau hat eine Übersicht über die 40 umfangreichsten Baustellen veröffentlicht, die demnächst anstehen. „Das wird man sehen und spüren“, sagt Fachbereichsleiter Andreas Bode. In der Rangliste der Arbeiten mit den größten Verkehrsbehinderungen als Folge listet Koordinator Paul Babel die Vahrenwalder Straße mit gleich drei unterschiedlichen Baustellen, die Scheidestraße in Kleefeld und die Dauerbaustelle am Großen Hillen in Kirchrode auf den ersten drei Plätzen. Behinderungen in der City wird es geben, wenn im Juni zwischen Raschplatz und Steintor die Vorarbeiten für den Bau der oberirdischen Stadtbahnstrecke beginnen.

Insgesamt sind mehrere Hundert Baustellen im Stadtgebiet geplant, der Großteil davon entfällt auf kleinere und kleinste in Wohnstraßen. Rund 31 Millionen Euro gibt die Stadt für das Gesamtpaket aus. Der Betrag entspricht in etwa dem des Vorjahres, liegt aber um zehn Millionen Euro höher als 2013. 24 Millionen Euro fließen für Neu- und Ausbauprojekte, in dieser Summe sind auch zehn Millionen Euro für das im vergangenen Jahr gestartete Sonderprogramm zur Straßenerneuerung enthalten, das Oberbürgermeister Stefan Schostok inszeniert hat. Sieben Millionen Euro gibt die Stadt für Erhaltungsmaßnahmen der Fahrbahnoberflächen aus, wobei unter diesen Posten auch Arbeiten an Rad- und Fußwegen fallen.

Die Stadt selbst zeichnet für 14 große Baustellen verantwortlich, den Rest übernehmen die Infrastrukturgesellschaft (Infra) bei Nahverkehrsprojekten, Stadtentwässerung und Stadtwerke sowie die Deutsche Bahn. „Am liebsten würden wir alles in den Sommerferien erledigen lassen, aber das funktioniert schon deshalb nicht, weil die Firmen nicht die entsprechenden Kapazitäten haben“, sagt Babel.

Die Brücke der Vahrenwalder Straße über den Mittellandkanal ist ein Sanierungsfall. Stadtbahnfahrgäste der Linie 1 wissen das seit Langem, weil die Züge nur noch mit Tempo 10 über das Bauwerk rollen dürfen. Wegen der ungewöhnlichen Tragwerksstruktur der Brücke sind die Arbeiten kompliziert. „Im Wesentlichen geht es um Schweißarbeiten an den Teilen, die die Stadtbahngleise tragen“, erläutert Bode. Weil die Schweißspezialisten aber nur arbeiten können, wenn die Brücke nicht vibriert, muss sie in 33 Sommernächten komplett für den Verkehr gesperrt werden - jeweils von 21 Uhr bis 5 Uhr. Weitere Folgen der Brückensanierung: Von Juni bis November ist auf der Vahrenwalder Straße stadtauswärts eine Fahrspur gesperrt, auch ein Bahngleis ist nicht befahrbar.

Sanierungsfall: Die Brücke der Vahrenwalder Straße über den Mittellandkanal hat eine ungewöhnlichen Tragwerksstruktur. Quelle: Michael Thomas

Für die Hauptverkehrsader ist das noch nicht alles: Von Ende Juli bis Mitte August lässt die Infra zwischen Altem Flughafen und Kabelkamp Gleise erneuern. Weiter südlich sind zwischen Dragonerstraße und Melanchthonstraße von Mitte August bis Mitte Dezember die Stadtwerke unterwegs und erneuern Gas- und Wasserleitungen. „Wir versuchen immer, die Bauarbeiten zeitlich und räumlich zu entzerren. Auf der Vahrenwalder Straße hat das ganz gut geklappt“, befindet Babel. Wie gut, wird man im Sommer sehen.

Ungewöhnlich ist eine Baustelle der Deutschen Bahn. Sie lässt die Stützmauer an der Herschelstraße, die verhindert, dass die S-Bahnen mit ihrem Gleiskörper seitlich vom Damm rutschen, komplett erneuern. „Die alte ist völlig marode und auch optisch ein Schandfleck“, sagt Bode. Dafür wird die Herschelstraße von Mitte August bis Ende November Einbahnstraße. „Dann sind die Arbeiten an der Stützmauer zwar noch nicht beendet. Wir wollen aber Behinderungen im Weihnachtsgeschäft in der gesamten City vermeiden“, erläutert Babel.

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