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Aus der Stadt Hochkonjunktur auf der Jobmesse
Hannover Aus der Stadt Hochkonjunktur auf der Jobmesse
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20:31 03.06.2012
Foto: Gute Karten: Die Kalifornierin Maggie Fielden erkundigt sich bei htp nach den aktuellen Jobchancen.
Gute Karten: Die Kalifornierin Maggie Fielden erkundigt sich bei htp nach den aktuellen Jobchancen. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

Yashar Amini kennt den Ärger, den man mit Anleitungen von technischen Geräten haben kann. „Man versteht oft kein Wort“, sagt der IT-Experte lachend. Der 28-Jährige will es besser machen. Er ist auf der Suche nach einem Job als technischer Redakteur. Am Stand der Firma Weis IT erkundigt er sich nach den Karrierechancen. Dann bummelt er weiter über die Jobmesse Hannover. „Ich schätze meine Chancen nicht schlecht ein“, sagt Amini optimistisch, „die Schwierigkeit ist nur, den Fuß in die Tür zu bekommen. Die meisten Unternehmen erwarten Praxiserfahrung. Aber die hat man eben nicht von Anfang an.“

Bereits zum fünften Mal präsentierten sich am Wochenende in der Mercedes-Benz-Niederlassung an der Podbielskistraße Unternehmen mit ihren Ausbildungs- und dualen Studienplätzen, warben mit freien Stellen und Karrierechancen. Rund 80 Firmen führten dort Informations- und Bewerbungsgespräche, wo normalerweise auf Hochglanz polierte Limousinen und Sportwagen auf ihre Käufer warten. Das Spektrum war breit: Es reichte von regionalen Arbeitgebern wie der Üstra, Sennheiser, Bahlsen, TUI und dem Annastift über Konzerne wie Amazon und Lidl bis hin zu Zeitarbeitsfirmen, Bildungswerken, Fachhochschulen und der Industrie- und Handelskammer.

Insgesamt kommen rund 9100 Besucher zur Jobmesse Hannover – überwiegend Schüler, Schulabsolventen und Studenten, aber auch Existenzgründer, Berufswechsler sowie Quer- und Wiedereinsteiger. Zahlreiche Besucher nutzen den professionellen Bewerbungsmappencheck oder lassen bei der AOK kostenlos Bewerbungsfotos machen.

Die positive Konjunkturlage wirkt sich dabei positiv auf die Atmosphäre an den Ständen aus. „Wir machen das jetzt seit fünf Jahren“, sagt Veranstalter Stefan Süß von der Messeagentur Barlag aus Osnabrück. „Die Situation hat sich gedreht. Hatten Bewerber 2004 noch verhältnismäßig schlechte Karten, so agieren sie heute auf Augenhöhe mit den Personalverantwortlichen. Die Unternehmen suchen Mitarbeiter. Das ist deutlich zu spüren und natürlich für Bewerber eine angenehme Ausgangssituation.“

Maggie Fielden sind gute Laune, Optimismus und Selbstbewusstsein anzusehen. Die 24-jährige Kalifornierin hat ihren Master in Informationswissenschaften in der Tasche, lebt seit rund einem Jahr in Hannover und ist hier auf Jobsuche. Am Stand des Telefon- und Kommunikationsanbieters htp lässt sie sich von Matthias Sauerwald beraten. „Ich würde gerne als Projektleiterin im Bereich Datenbanken arbeiten“, sagt Fielden, nimmt eine Informationsmappe entgegen und schlendert weiter in Richtung Hellmann Worldwide Logistics.

Ein paar Meter weiter informiert Janine Kaltenbach, Personalleiterin von Lidl in Wunstorf, mit ihrem Kollegen Lars Willer über die Karrierechancen bei dem Discounter. Kaltenbach freut sich, dass viele Jugendliche mit ihren Eltern zur Jobmesse gekommen sind. „Es gibt leider auch Bewerber, die zum Vorstellungsgespräch mit Baseballkappe auf dem Kopf erscheinen. Da würde man sich wünschen, dass Vater oder Mutter morgens sagen, Kind, so geht das nicht.“

Am Stand der Landeshauptstadt Hannover steht Sarah Rostin. Sie informiert über die Ausbildungsplatzangebote der Stadt für 2013. Die Palette reicht von kaufmännischen Berufen wie Verwaltungsfachwirt oder Stadtsekretäranwärter über handwerkliche Berufe wie Buchbinder, Elektroniker, Tischler und Forstwirt sowie Fachberufe im Bereich Altenpflege, Bäderbetriebe, Veranstaltungstechnik bis hin zu den dualen Studiengängen Wirtschaftsinformatik und Allgemeine Verwaltung. Besonders nachgefragt ist der Beruf des Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste. „Das Wort Medien scheint magische Anziehungskraft zu haben“, sagt Rostin. Sie sieht ihre Aufgabe auf der Jobmesse vor allem darin, die etwas sperrigen Berufsbezeichnungen zu erklären. „Koch, Gärtner – da kann sich jeder was drunter vorstellen. Das sieht bei der Fachkraft für Abwassertechnik schon anders aus.“

Julia Pennigsdorf

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