Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hochschule Hannover sichert ihre Zukunft
Hannover Aus der Stadt Hochschule Hannover sichert ihre Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 18.02.2015
Von Saskia Döhner
Präsident der Hochschule Hannover: Josef von Helden. Quelle: Jan Philipp Eberstein
Anzeige
Hannover

Die Hochschule Hannover (HsH) brummt. Immer mehr Studienanfänger schreiben sich ein. Rund 3000 Erstsemester sind es aktuell, 2006 waren es nur knapp über 100 gewesen. Mit dem Hochschulpakt hatte des Land den Ausbau der Studienplätze finanziert, vor allem um dem Ansturm aus dem doppelten Abitursjahrgang 2011 Herr zu werden. Seitdem haben die Hochschulen weiter Zulauf, Fachhochschulen genauso wie Universitäten. Bislang waren die neuen Studienanfängerplätze nur vorübergehend finanziert gewesen. Im Sommer 2014 hatte das Land angekündigt, dass bis 2020 insgesamt 480 Millionen Euro in die Fachhochschulen fließen sollen. Hauptziel: Studenten im eigenen Land zu halten.

So soll das dauerhafte Angebot von 3400 Studienplätzen für Erstsemester in Niedersachsen sichergestellt werden. Einige Monate haben die Hochschulen überlegt, in welchen Bereichen sie besonders nötig sind. Bei der Hochschule Hannover ist jetzt herausgekommen, dass 499 ursprünglich zeitlich begrenzte Studienanfängerplätze in 19 Studiengängen nun erhalten bleiben. Vom Land gibt es dafür 9,2 Millionen Euro aus dem Fachhochschulentwicklungsprogramm. So werden unter anderem in den Bachelorstudiengängen Betriebswirtschaftslehre und Soziale Arbeit jeweils 77 und in den Bachelorstudiengängen Maschinenbau sowie Verfahrens-, Energie- und Umwelttechnik zusammen 61 zusätzliche Studienanfängerplätze dauerhaft angeboten. Nicht nur den Studenten, auch den Wissenschaftlern kommt das Programm zugute. 45 bis 50 bisher befristete Professorenstellen könnten so auf lange Sicht finanziert werden, sagte der HsH-Präsident Josef von Helden der HAZ. Wie viele Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter von befristeten in unbefristete Verträge umgewandelt werden können, ist noch unklar.  

Das Land hat die Budgets von sechs staatlichen Fachhochschulen um jährlich 44 Millionen Euro aufgestockt, um dauerhaft attraktive Studienangebote machen zu können. Die Hochschulen seien der Motor der Region – so definiert auch HsH-Präsident von Helden seine Einrichtung. Immer wieder werde bei der Entwicklung neuer Studiengänge die heimische Wirtschaft zurate gezogen. Der Praxisbezug sei dabei ein wichtiges Kriterium.

Die Hochschule will zudem ihr Tutorenprogramm ausbauen, um Studienabbrüche zu verhindern und Studenten intensiv zu begleiten. Vorbereitungskurse in Mathematik etwa beim Übergang von der Schule in die Hochschule sind nur ein Beispiel. Zudem sollen auch besonders Erstsemester aus Nicht-Akademikerfamilien gewonnen werden. Der Präsident fasst dies unter dem Stichwort „Bildungsgerechtigkeit“ zusammen.

Nachgefragt bei Josef van Helden, HsH-Präsident

Herr von Helden, das Fachhochschulentwicklungsprogramm sei ein Meilenstein für die Fachhochschulen, sagt die Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić. Sehen Sie das auch so?

Die Zahl unserer Erstsemester hat sich seit 2006 fast verdreifacht auf nunmehr rund 3000. Diese Plätze waren aber immer nur befristet finanziert. Bildlich gesprochen könnte man sagen: Wir sind und waren mit Volldampf unterwegs, und die Wand war schon sichtbar. Die Ministerin hat uns nun die Tür geöffnet, damit wir nicht gegen die Mauer prallen, sondern weiterfahren können. Und sie hat nochmals ein paar Kohlen draufgelegt. Also: wahrlich ein Meilenstein in Richtung Sicherung des Fachkräftebedarfs.

Zu dem Programm gehört auch die Entwicklung neuer innovativer Studiengänge. Was kommt an der Hochschule Hannover dazu?

Zwei neue Studiengänge, nämlich Angewandte Mathematik und Mediendesigninformatik, werden wir schon in diesem Wintersemester 2015/16 anbieten. Zudem sind die Studiengänge Kunst und Inszenierung und E-Government sowie ein berufsbegleitendes Angebot zur Sozialen Arbeit in Planung. Ansonsten geht unser Blick auf die Bereiche, die von den Studierenden und auf dem Arbeitsmarkt besonders nachgefragt sind.

Sie betonen stets die Nähe zur Stadt und zur Region. Welches Ihrer Forschungsprojekte hilft Hannover weiter?

Da gibt es eine ganze Reihe, aber ein Schwerpunkt könnte künftig auf dem Thema „Leben in der Stadt der Zukunft“ liegen. Da arbeiten bereits mehrere Fakultäten daran. In die ähnliche Richtung denkt ja auch der Oberbürgermeister Stefan Schostok mit seinem Stadtdialog „Hannover 2030“. Das ergänzt sich also gut.

Michael Zgoll 18.02.2015
Andreas Schinkel 18.02.2015
18.02.2015