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Aus der Stadt Höchstes Gericht prüft Hanebuths Haft
Hannover Aus der Stadt Höchstes Gericht prüft Hanebuths Haft
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00:15 16.05.2015
Frank Hanebuth nach einem Verhör im Juli 2013 – damals noch auf der Insel Mallorca. Quelle: dpa
Hannover/Madrid

Der Fall Frank Hanebuth könnte im Juni eine entscheidende Wende nehmen. Dann entscheiden die Richter des Tribunal Supremo über einen Haftprüfungsantrag der Rechtsanwälte des ehemaligen hannoverschen Chefs der Hells Angels.

Die Anrufung des höchsten spanischen Gerichts ist für die Anwälte des 50-Jährigen die letzte Möglichkeit, ihren Mandanten aus der Untersuchungshaft herauszubekommen, in der er seit nahezu zwei Jahren sitzt. Gewährt das Tribunal Supremo keine Haftverschonung, muss Hanebuth bis zum Prozessbeginn in Haft bleiben – und der soll möglicherweise erst in eineinhalb Jahren sein.

„Wir haben in dem Antrag dargelegt, dass es weiterhin keine konkreten Vorwürfe gegen Herrn Hanebuth gibt und dass einige der Beschuldigungen, die die spanischen Ermittler zu Beginn der Untersuchungen erhoben haben, inzwischen längst ausgeräumt sind“, sagt Götz von Fromberg, Hanebuths langjähriger hannoverscher Rechtsanwalt.

Der Ex-Rockerchef war im Juli 2013 im Zuge der Polizeioperation „Casablanca“ auf der Ferieninsel Mallorca zusammen mit 20 weiteren Verdächtigen festgenommen worden. Die spanischen Behörden legten der Gruppe unter anderem Drogen- und Waffenhandel, Förderung der Prostitution sowie die Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Last. Außer Hanebuth sitzt derzeit nur noch ein weiterer Beschuldigter in Untersuchungshaft. Alle anderen waren im Lauf der Zeit aus der U-Haft entlassen worden.

Operation „Casablanca“ – Hanebuth seit 22 Monaten in spanischer Haft

23. Juli 2013: Frank Hanebuth wird im Rahmen der Operation „Casablanca“ in einer Finca auf Mallorca festgenommen. Der Hells Angel kommt in Isolationshaft. Ihm wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Drogenhandel und Schutzgelderpressung vorgeworfen.
23. August 2013: Hanebuths Isolationshaft wird aufgehoben.
18. Oktober 2013: Der hannoversche Rockerchef wird mit 17 weiteren Verdächtigen, die ebenfalls im Rahmen der Operation „Casablanca“ festgenommen wurden, nach Madrid verlegt.
Ende Oktober 2013: Die spanische Polizei erhebt neue Vorwürfe gegen Frank Hanebuth. Er soll am 28. März einen Bombenanschlag in Bayern in Auftrag gegeben haben.
Dezember 2013: Hanebuth kommt in ein Gefängnis in Cádiz auf dem südspanischen Festland.
12. September 2014: Hanebuth feiert seinen 50. Geburtstag hinter Gittern.
3. Februar 2015: 560 Tage nach der Festnahme von Frank Hanebuth veröffentlicht der Untersuchungsrichter Eloy Velasco den Abschlussbericht seiner Ermittlungen.
März 2015: Die spanische Generalstaatsanwaltschaft ficht den Ermittlungsbericht der Audiencia Nacional an und fordert weitere Ermittlungen.

Fromberg ist naturgemäß der Ansicht, dass sich die Vorwürfe gegen seinen Mandanten nicht werden halten lassen.  Die Frage wird sein, ob die spanischen Ermittler von der Generalstaatsanwaltschaft und der Audiencia Nacional Hanebuth Straftaten werden nachweisen können. Die Fiscalía General, so der spanische Name, verweist darauf, dass die Akten wieder bei den Ermittlern der Audiencia Nacional liegen. Bis gestern wollten die Behörde und Ermittlungsrichter Eloy Velasco sich nicht zu den Fragen der HAZ äußern.

Rechtsanwalt von Fromberg und seine spanischen Kollegen gehen aber auch für den Fall, dass sie mit ihrer Haftbeschwerde erfolgreich sind und ihr Mandant tatsächlich aus dem Gefängnis in Cadiz entlassen wird, davon aus, dass sich Hanebuth weiterhin in Spanien aufhalten muss. „Ich rechne nicht damit, dass der Prozess vor 2016 beginnen wird“, sagt von Fromberg.

Sollte das Verfahren gegen die insgesamt 52 Beschuldigten je eröffnet werden, ist damit zu rechnen, dass es sich über einen langen Zeitraum hinziehen wird. Allein der Umstand, dass ein Saal für alle Angeklagten und ihre Anwälte (allein Hanebuth hat drei) gefunden werden muss, dürfte zu größeren organisatorischen Schwierigkeiten führen.

Der ehemalige hannoversche Hells-Angels-Chef sieht einem Verfahren, nach Angaben seines Anwalts, nach wie vor gelassen entgegen. „Er kann inzwischen so gut Spanisch, dass er sich mit den anderen Inhaftierten verständigen kann“, sagt von Fromberg. Mittlerweile habe er damit begonnen, Sporttraining zu geben. „Auch abgesehen davon führt er sich im Gefängnis sehr gut“, sagt von Fromberg.

Von Jörn Kießler und Tobias Morchner

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