Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hannover droht ein Hooligan-Aufmarsch
Hannover Aus der Stadt Hannover droht ein Hooligan-Aufmarsch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:02 02.11.2014
Die Polizei hat bei einer Demonstation von Hooligans in Köln Wasserwerfer eingesetzt.
Die Polizei hat bei einer Demonstation von Hooligans in Köln Wasserwerfer eingesetzt. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Nach den Straßenschlachten von Fußball-Hooligans in Köln Ende Oktober, könnte nun Hannover Schauplatz einer ähnlichen Veranstaltung werden. Nach Angaben der Polizeidirektion Hannover ist bei der Behörde am Sonnabend eine Anmeldung für eine Versammlung mit dem Titel „Europa gegen den Terror des Islamismus“ eingegangen. Der Anmelder aus Nordrhein-Westfalen bezieht sich in dem Antrag ausdrücklich auf die Kölner Demonstration „Hooligans gegen Salafisten“.  

Dennoch war am Sonntag noch nicht klar, welchen Hintergrund die für den 15. November angemeldete Veranstaltung hat. „Wir müssen erst einmal prüfen, um welche Klientel es sich handelt“, sagte am Sonntag der hannoversche Polizeipräsident Volker Kluwe gegenüber der HAZ. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, dass rechtsextreme Hooligans in Hannover mobil machen, werde man ein Verbot der Veranstaltung prüfen.

In Köln sind tausende selbsternannte "Hooligans" auf die Straße gegangen um gegen Salafisten zu demonstrieren. Sie lieferten sich handfeste Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius machte deutlich, dass er mögliche Straßenschlachten wie in Köln nicht zulassen will. Der SPD-Politiker sagte der HAZ: „Wir prüfen alle rechtlichen Schritte, um ähnliche Veranstaltungen in Niedersachsen zu verhindern.“

In Köln hatten vor einer Woche rund 4800 Hooligans und Rechtsextreme die Polizei angegriffen. 50 Beamte wurden verletzt. Offiziell richtete sich der Protest gegen islamistische Salafisten. Es wurden allerdings auch ausländerfeindliche Parolen gerufen. Nachfolgeveranstaltungen am 15. November waren ursprünglich in Berlin und Hamburg angemeldet. Beide Versammlungen fallen jedoch aus. In Berlin, weil der Antrag nach Behördenangaben ungültig ist. In Hamburg hat sich der Anmelder zurückgezogen. Damit könnten sich Hooligans und Rechtsextreme nun in Hannover versammeln.

Nach Beobachtungen des Verfassungsschutzes wird „in der rechtsextremistischen Szene stark für den 15. November in Hannover mobilisiert“, wie eine Sprecherin sagte. Dennoch gab es am Sonntag noch Zweifel, ob die Anmeldung ernst gemeint ist. In Berlin hatte sich herausgestellt, dass der angebliche Anmelder mit der Veranstaltung nichts zu tun hat.

Sollte die Anmeldung aber echt sein und der Antragsteller Erfolg mit seiner Anmeldung haben, wollen sich die Teilnehmer der Kundgebung am 15. November gegen 12 Uhr am Ernst-August-Platz versammeln. Von dort wollen die Demonstranten über das Steintor, die Brühlstraße, die Lavesallee und die Waterloostraße bis zum Stadion ziehen. Anschließend soll die Route weiter über das Arthur-Menge-Ufer, die Willy-Brandt-Allee, die Osterstraße und den Kröpcke zurück zum Hauptbahnhof verlaufen. Wie viele Menschen sich in Hannover versammeln könnten, können offenbar nicht einmal die Anmelder sicher sagen. In dem Schreiben an die Polizeidirektion Hannover ist von einer ähnlichen Teilnehmerzahl wie in Köln die Rede.  

Der SPD-Unterbezirk Hannover rief gestern bereits vorsorglich zu Gegendemonstrationen auf. Auch die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend kündigte an, gemeinsam mit weiteren demokratischen Organisationen Gegenproteste zu organisieren.

Von Jörn Kießler und Karl Doeleke

Mehr zum Thema

Für eine Hooligan-Demonstration am 15. November in Berlin hat der Veranstalter mittlerweile 10 000 Teilnehmer angemeldet. Die Polizei bestätigte am Freitag einen Bericht des Senders RBB. Bislang war von 1000 Teilnehmern die Rede. Die Demonstration der "Hooligans gegen Salafisten" soll am Brandenburger Tor stattfinden.

31.10.2014

Eine für den 15. November in Hamburg angemeldete Demonstration von Fußball-Hooligans findet nicht statt. Wie die Polizei in der Hansestadt mitteilte, sei die Anmeldung mit dem Titel "Europa gegen den Terror des islamischen Staates" vom Antragsteller zurückgezogen worden.

30.10.2014

Mit hoher Aufmerksamkeit beobachtet die nordrhein-westfälische Polizei derzeit Zusammenschlüsse von Hooligans mehrerer Vereine gegen agitierende Salafisten. Vor dem Hintergrund einer Demonstration am 26. Oktober in Köln wies bei der Polizeigewerkschaft Landeschef Erich Rettinghaus im Kölner Stadt-Anzeiger darauf hin, dass gewaltbereite Fußball-Anhänger mit Kontakten in die rechtsextremistische Szene Vorbehalte in der Bevölkerung gegen die islamistischen Extremisten nutzen und sich "in die Rolle der Gutmenschen drängelten, um mehr Anhänger zu mobilisieren".

14.10.2014
Aus der Stadt Mann wird von Zug mitgeschleift - Tödlicher Unfall am Hauptbahnhof
Jörn Kießler 02.11.2014
01.11.2014
Aus der Stadt „Dia de los muertos“ im Landesmuseum - Freundlicher Empfang für die Toten
02.11.2014