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Aus der Stadt Hohe Zahl von Seniorenunfällen in Hannover
Hannover Aus der Stadt Hohe Zahl von Seniorenunfällen in Hannover
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22:54 01.07.2009
Von Veronika Thomas
Polizist Hans-Joachim Homuth klärt mit seiner Handpuppe Senioren über die Gefahren des Straßenverkehrs auf. Quelle: Uwe Dillenberg

Pastor Königswinter-Rodewald kennt sich aus mit Verkehrssicherheit. Die knuffige Handpuppe, die Polizeioberkommissar Hans-Joachim Homuth von der Präventionspuppenbühne der Polizeidirektion Hannover bei Seniorennachmittagen zum Einsatz bringt, weiß um die Schwächen ihrer Zielgruppe: Völlig in Gedanken versunken will der Pastor die Straße überqueren, ohne vorher nach links und nach rechts zu schauen. Eine ältere Dame läuft bei Rot über die Ampel, weil sie ihre Brille nicht finden konnte, und ein alter Herr ist spätabends mit seinen Fahrrad unterwegs – ohne Beleuchtung und dazu noch dunkel gekleidet. Kein Wunder, dass es da zu tödlichen Unfällen kommen kann.

Humorvoll, aber direkt benennt Homuth bei seinen Veranstaltungen das Fehlverhalten älterer Verkehrsteilnehmer. „Unachtsamkeit ist die häufigste Ursache für Unfälle mit Senioren im Straßenverkehr“, sagt Homuth. Er rät ihnen, sich wenigstens mit Reflexionsbändern an ihrer Kleidung zu schützen, um von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen zu werden. Trägern von Hörgeräten gibt Homuth augenzwinkernd mit auf den Weg, diese auch zu tragen, damit sie hupende Autos und klingelnde Fahrradfahrer hören können.

Hannover belegt bei Seniorenunfällen in der Verkehrsstatistik eine traurige Spitzenposition. Mit 36 Verletzten und Getöteten pro 10 000 Einwohner über 65 Jahre liegt die Landeshauptstadt an der Spitze im Bundesgebiet, gleichauf nur mit München, gefolgt von Nürnberg und Düsseldorf. Immerhin scheint es eine leicht positive Entwicklung zu geben. Im vergangenen Jahr gab es in den ersten fünf Monaten acht tödliche Unfälle, in diesem Jahr kamen bisher „nur“ vier Senioren im Straßenverkehr ums Leben, die als Fußgänger und Radfahrer unterwegs waren.

Die Stadt will auf Grundlage der Zahlen handeln. Ob wieder aufwendige Gutachten in Auftrag gegeben werden wie nach dem Bekanntwerden der hohen Zahl von Kinderunfällen im vergangenen Jahr, das soll sich nach der Sommerpause klären, kündigt Stadtsprecher Dieter Sagolla an: Die zuständigen Fachbereiche der Verwaltung würden eine Arbeitsgruppe bilden und versuchen, Lösungen zu finden.

„Ältere Menschen hören und sehen schlechter, und sie unterschätzen die Geschwindigkeiten von Autos, Straßenbahnen oder Radfahrern“, begründet Rosemarie Hochhut, Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt, das mitunter nicht angepasste Verhalten von Senioren im Straßenverkehr. Sie plädiert für eine stärkere Rücksichtnahme. Vor allem rücksichtslose Fahrradfahrer liegen ihr „im Magen“, wie sie sagt: Sie rasten durch Fußgängerzonen und brächten dadurch vor allem ältere Fußgänger in Gefahr.

Die Polizeidirektion Hannover bedauert den traurigen Spitzenplatz in der Unfallstatistik, kann sich diese hohen Zahlen aber noch nicht erklären. „Wir stehen in ständigem Kontakt zu Seniorenräten und -beiräten, Kontaktbeamte und die Präventionspuppenbühne halten regelmäßig Vorträge zum Thema auf Stadtteilfesten und in Senioreneinrichtungen, und wir arbeiten in der Unfallkommission mit, in der alle Unfallschwerpunkte besprochen werden“, zählt Sprecherin Petra Holzhausen auf, welche Aktivitäten die Polizei unternimmt, um ältere Verkehrsteilnehmer über adäquates Verhalten aufzuklären.

In Planung ist eine Präventionswoche für Senioren vom 21. bis 26. September, in der es einen Tag ausschließlich um Senioren im Straßenverkehr gehen wird. Gemeinsame Aktivitäten gebe es auch mit der Verkehrswacht Niedersachsen und der Üstra, die Veranstaltungen für Senioren anbieten.

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