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Aus der Stadt Honorar für Sprachlehrer ist zu gering
Hannover Aus der Stadt Honorar für Sprachlehrer ist zu gering
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08:15 19.11.2013
Von Andreas Schinkel
Zu wenige und dann auch noch schlecht bezahlt: In Hannover mangelt es an Sprachlehrern Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

„Die Mittel, die uns das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zur Verfügung stellt, sind knapp“, sagt Gerd Heymann, Geschäftsführer des Instituts für Sprachen und Kommunikation (ISK), bei dem derzeit 300 Ausländer in Integrationskursen unterrichtet werden. 20 Euro für eine Lehrstunde über 45 Minuten bekämen die Dozenten. „Das ist viel zu gering“, sagt Heymann. 26 bis 27 Euro wären angemessen. Aber für einen privaten Träger von Integrationskursen gebe es kaum finanziellen Spielraum.

SPD für Ausbau

SPD für Ausbau der Deutschkurse: Die Sozialdemokraten im Rat wollen sich für den Ausbau von Integrationskursen einsetzen. Keinesfalls könne jedoch davon die Rede sein, dass Asylbewerber keine Chance auf Sprachkurse hätten, sagt SPD-Fraktionschefin Christine Kastning. Sie räumte zugleich ein, dass Ausländer derzeit Wartezeiten auf einen Kursplatz von bis zu zehn Wochen hinnehmen müssten.

asl

Nach Informationen der HAZ zahlt die Volkshochschule immerhin 25 Euro pro Stunde, doch auch hier bekommen Dozenten nur Honorarverträge. Für ihre soziale Absicherung müssen sie selbst sorgen. „Da entsteht ein akademisches Prekariat“, heißt es aus Kreisen der VHS. Es sei zu überlegen, sagt ISK-Chef Heymann, ob Sprachlehrer nicht fest angestellt werden müssten. „Auf jeden Fall sollte politischer Druck auf das Bundesamt ausgeübt werden“, fordert Heymann.

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atsächlich ist die Finanzierung von Integrationskursen für Ausländer eine komplizierte Angelegenheit. Träger, die solche Kurse anbieten, bekommen vom Bundesamt einen Zuschuss pro Teilnehmer und Stunde. Abgerechnet wird am Schluss der bis zu ein Jahr dauernden Veranstaltungen. „Springen Teilnehmer ab, bekommen wir am Ende weniger Geld“, erklärt Heymann. Allerdings garantiere das Amt bestimmte Mindestbeträge. „Für den Träger bleibt am Schluss nicht mehr viel übrig“, sagt er. Insbesondere kleine Sprachschulen scheuten sich daher davor, Integrationskurse anzubieten.

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