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Aus der Stadt Polizei lehnt Leiter der Hooligan-Demo ab
Hannover Aus der Stadt Polizei lehnt Leiter der Hooligan-Demo ab
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12:19 13.11.2014
Von Jörn Kießler
Bei der Staatsanwaltschaft Hannover ist eine Anzeige gegen den HoGeSa-Demo-Leiter Uwe M. eingegangen. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Der Widerstand gegen die für den 15. November in der Innenstadt angemeldeten Demonstration „Europa gegen den Terror des Islam“ wächst. Nicht nur immer mehr Initiativen rufen gegen die Veranstaltung auf, die offensichtlich von gewaltbereiten Hooligans organisiert wird. Auch die Polizei lehnt den vom Anmelder bestimmten Veranstaltungsleiter Uwe M. ab. Grund dafür ist eine Anzeige gegen den Oldenburger Kioskbesitzer, wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Staatsanwältin Kathrin Söfker bestätigte, dass eine solche Anzeige gegen M. gestern bei der Behörde in Hannover einging.

Diese bezieht sich auf mehrere Bilder, die M., der sich selbst als „politisch links“ bezeichnet, auf seiner Facebookseite veröffentlich hatte. Darunter befindet sich unter anderem das Bild aus einem Konzentrationslager, das mit der Überschrift „Sommercamp Auschwitz 1942“ versehen ist. M. selbst behauptet, die Bilder nicht aus einer rechten Gesinnung heraus gepostet zu haben, sondern weil er einen „tiefschwarzen Humor“ habe. Die Polizei bezeichnet die Inhalte jedoch als holocaustverherrlichend. „Die Behörde zweifelt aus diesem Grund an der Zuverlässigkeit, die ein Versammlungsleiter aufweisen muss“, erklärte die Polizeidirektion am Donnerstag.

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Dies habe man auch dem Anmelder der Demonstration mitgeteilt und ihn aufgefordert, jemand anderen als Versammlungsleiter zu benennen und diese Person zu den heute stattfindenden Kooperationsgesprächen mitzubringen. „Im Falle, dass Anzeigender und Leiter darauf bestehen, die Funktion des Versammlungsleiters beizubehalten, wird die Behörde als Konsequenz daraus eine förmliche Ablehnung verfassen“, heißt es in der Mitteilung weiter. Gegen diese Ablehnung bleibt dem Organisator der Demo dann nur noch der Klageweg.

Soweit wollen es die Veranstalter aber offenbar nicht kommen lassen. Bereits vor der offiziellen Ablehnung durch die Polizeidirektion sagte Uwe M. dem NDR, dass er sich zurückziehen wolle und als Veranstaltungsleiter für die Demonstration am 15. November nicht mehr zur Verfügung stehe. Für die geplante Kundgebung muss sich der Anmelder, der aus Nordrhein-Westfalen kommt, nun einen neuen Leiter suchen.

Trotz der Meldung wird in Hooligan-Kreisen weiterhin für die Demonstration geworben und mobil gemacht. Offenbar mit Erfolg. Auf der Internetseite der „Hooligans gegen Salafisten (HoGeSa), die ebenfalls für die Demo in Hannover wirbt, hatten gestern bereits mehr als 3400 Teilnehmer ihr Kommen angemeldet. Die Gruppe hatte am 26. Oktober eine Kundgebung in Köln organisiert, zu der etwa 4800 Teilnehmer gekommen waren. Bei den Krawallen rund um den Hauptbahnhof wurde fast 50 der insgesamt etwa 1300 Polizisten, die im Einsatz waren, verletzt.

Andreas Schinkel 06.11.2014
07.11.2014
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