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Aus der Stadt Horstmann und Sander wird 125 Jahre alt
Hannover Aus der Stadt Horstmann und Sander wird 125 Jahre alt
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20:05 14.09.2009
Von Simon Benne
Das Traditionsgeschäft Horstmann und Sander. Quelle: Martin Steiner

Die Dekorateure hatten alle Hände voll zu tun: Zwei Monate lang haben sie zu dritt rote Teppiche zugeschnitten. Die farbigen Läufer sind bei Horstmann und Sander derzeit so etwas wie die Wegweiser durch die Welt der Aktentaschen und Pilotentrolleys, der Schulranzen, Reisetaschen und Rucksäcke: Alle Artikel, die auf einem roten Teppich stehen, sind um mindestens 25 Prozent reduziert, manches Stück sogar um 50 Prozent. Und zwischen den Taschen, Schuhen und Gürteln knallen die Korken: Noch bis zum 19. September können Kunden mit Prosecco auf das 125-jährige Bestehen des Traditionshauses in der Georgstraße anstoßen. „Wir wollen uns mit den Angeboten für ihre langjährige Treue bedanken“, sagt Geschäftsführer Reinhard Sander.

Im Jahr 1884 hatte sein Urgroßvater Albert Sander gemeinsam mit Otto Horstmann, der allerdings schon im Jahr darauf aus der Firma ausgeschieden war, eine Sattlerei übernommen und damit das Geschäft begründet. Schnell etablierte sich die Firma, die zunächst in der Herschel- und später in der Marktstraße saß, mit der Fabrikation und dem Verkauf von Koffern.

Als 1901 ein neues Gebäudeensemble am heutigen Drachentöterhaus entstand, zog das Unternehmen dort als erster Mieter ein – in „einem Geschäftshaus vornehmster Art“, wie die „Baugewerks-Zeitung“ seinerzeit schwärmte. Dem Standort blieb Horstmann und Sander bis heute treu. So hat sich ausgerechnet jene Firma als besonders ortsverbunden erwiesen, die mit ihren Reisetaschen die wachsende Mobilität der Hannoveraner begleitet hat wie kaum ein anderes Unternehmen. Längst ist Horstmann und Sander ein hannoversches Traditionsgeschäft, das rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. Eine Firma, die zur Stadt gehört wie I.G. von der Linde, Mäntelhaus Kaiser oder Liebe.

Das heute etwa 2000 Quadratmeter große Stammhaus an der Georgstraße wurde in den achtziger Jahren von Grund auf umgebaut, die Verkaufsfläche wuchs. Seit jener Zeit firmiert Horstmann und Sander als Deutschlands größtes Haus für Koffer und Lederwaren. „Wir bieten die größte Handtaschenauswahl Deutschlands, und auch unser Gürtelsortiment sucht bundesweit seinesgleichen“, sagt Reinhard Sander.

Der gelernte Betriebswirt hat das Geschäft vor sieben Jahren von seinen Eltern übernommen, er führt den Familienbetrieb jetzt bereits in der vierten Generation.

Im Laufe der Firmengeschichte hat sich das Geschäft immer wieder komplett neu erfunden; etwa beim großen Umbau 1999. Horstmann und Sander wurde vom reinen Koffer- und Lederwarengeschäft auch zu einem Anbieter von modischen Accessoires, von Lifestyle- und Luxusprodukten. „Man darf nie aufhören, sich dem Markt anzupassen“, sagt Reinhard Sander. Seit einigen Jahren hat sein Geschäft eine exklusive Schuhabteilung, die sich zu einer Säule des Hauses entwickelt hat. Und auch das Geschäft mit edlen Marken wie Dolce & Gabbana oder Prada werde immer wichtiger, sagt Reinhard Sander.

So hat der namhafte Gepäckhersteller Rimowa zum Jubiläum der Traditionsfirma auf eigene Weise gratuliert: Er hat eigens eine Kofferserie kreiert – vom Beauty Case bis zum Reisekoffer ist alles im Farbton „Racing Green“ gehalten, die nur in Hannover zu haben ist.

Am Dienstag gibt es neben dem Stammhaus noch ein „Outlet“ in der Georgstraße, und vor gut einem Jahr kam ein Geschäft in der neu eröffneten Ernst-August-Galerie hinzu. In den vergangenen Jahren habe sich der Umsatz kontinuierlich erhöht, sagt Sander: „Das Geschäft läuft gut, wir blicken optimistisch in die Zukunft.“ Sein Urgroßvater wäre zufrieden gewesen.

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