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Aus der Stadt Hunderte Schulabgänger feiern Ihren Abschluss
Hannover Aus der Stadt Hunderte Schulabgänger feiern Ihren Abschluss
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00:17 19.06.2017
Von Saskia Döhner
Hunderte Schulabgänger feiern Ihren Abschluss Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Es gibt Abschlussfeiern in Kirchen oder Freizeitheimen, in der schuleigenen Aula, oder wenn es die nicht gibt, auch schon mal in der Turnhalle. Sonnenblumen schmücken die Redepulte, es gibt Rosen und Geschenke für Lehrer und Auszeichnungen für Schüler. Gesungen wird von glücklichen Tagen („Oh happy Day“) oder vom Kreislauf des Lebens („Circle of Life“), und meist auf Englisch.

Die Johannes-Kepler-Realschule feiert ihre Abschlussklassen 

„Ihr habt das Seepferdchen bestanden, den schulischen Frühschwimmer,“ sagt Sascha Dierkes-Knauer zu den Zehntklässlern in der Johannes-Kepler-Realschule, „jetzt geht es raus in die raue See Leben, raus aus dem Nichtschwimmerbecken Schule.“ Er entlässt in diesem Jahr 54 Schulabgänger, knapp die Hälfte erreichte sogar den Erweiterten Sekundarabschluss I Realschule und könnte damit in die Oberstufe wechseln. Das Abschlusszeugnis sei der Schlüssel zur beruflichen Zukunft, betont Schulleiter Dierkes-Knauer. Bei nicht allen Schülern war der Weg gradlinig, manche kamen von anderen Schulen hierher oder mussten ein Jahr wiederholen. Eines sei sicher, sagt Klassenlehrerin Heike Meyer, man könne über sich hinauswachsen, wenn man etwas Neues ausprobiere

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Was wird aus Ihnen?

Statistiker haben stichprobenartig den Abi-Jahrgang 2010 befragt:

80% studieren, am beliebtesten ist Wirtschaftswissenschaften, das wählen 13 Prozent.

7% des Jahrgangs wechseln das Studienfach.

28% des Jahrgangs sind nach fünf Jahren erwerbstätig. 

20% der Studienberechtigten 2010 sind nach 4,5 Jahren im Masterstudium.

4,5 Jahre später verdienen die Bachelor-Absolventen von Fachhochschulen am meisten.

In der Integrierten Gesamtschule (IGS) Roderbruch trägt Schülermoderator Georg Hölting keine Schuhe. Er führt das Publikum eloquent und barfuß („War ne verlorene Wette“) durch die mehrstündige Festveranstaltung, bei der Jugend-musiziert-Preisträgerin Rebecca Gärtner durch ihr Harfespiel beeindruckt und andere Schüler durch Tanzeinlagen und Akrobatik. „Die Profile Sport und Kunst haben alle durchs Abitur gebracht“, lobt Hölting. In der Markuskirche gratuliert Dieter Wignanek, Leiter der Ricarda-Huch-Schule, allen Abiturienten, die die Reifeprüfung bestanden haben, „egal ob mit einer 1, einer 2 oder 3 vor dem Komma.“ Und auch die, die noch einen zweiten Anlauf bräuchten oder mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife abgingen, würden ihren Weg machen. Wie sehr sie schon im Leben stehen, zeigen die Zehntklässler der Johannes-Kepler-Realschule, die ihr Abschlussprogramm komplett allein gestaltet haben.

Die Abiturienten der IGS Roderbruch wurden feierlich entlassen. 

Von der Kreativität ihrer Abiturienten ist Brigitte Naber von der Integrierten Gesamtschule Roderbruch auch am Tag der Entlassung immer noch spürbar angetan. Der Jahrgang hat unter anderem ein Filmfestival, ein Rock-gegen-rechts-Konzert, ein Flüchtlingsprojekt, eine Pfandsammelaktion und einen Schülerblog auf die Beine gestellt. Gleich sieben Abi-Klassen werden verabschiedet. Auch wenn die IGS Roderbruch mit 1800 Schülern zweifellos zu den größten Schulen des Landes gehöre, sei sie doch wie ein Dorf, sagt Abiturientin Marieke Buchholz, die selbst aus Burgdorf-Ramlingen kommt. „Man kennt sich, tauscht Klatsch aus, nun gehts hinaus in die weite Welt.

Der Abiturjahrgang der Ricarda-Huch-Schule feierte seine Entlassung in der Markuskirche.

Der Abitur-Jahrgang 2017 ist so groß, dass die Ricarda-Huch-Schule nicht im eigenen Gebäude feiern kann, sondern in die Markuskirche ausweichen muss. „Zuletzt waren wir mit dem Doppeljahrgang 2011 hier“, sagt Direktor Dieter Wignanek. 94 Schüler bekommen an diesem Morgen ihr Abschlusszeugnis überreicht. Wignanek zitiert in seiner Rede aus Wolfram Eickes Geschichte „Der kleine Tag“. Seine Botschaft: Nicht nur die großen Momente sind wichtig im Leben, sondern auch die kleinen Augenblicke, wenn sich Menschen über Sonnenstrahlen freuen, die durch das Grau der Wolken scheinen. Er rät den Abiturienten, achtsam zu sein und nicht wegzugucken.

Frank Winternheimer 16.06.2017
19.06.2017