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Aus der Stadt Hybridbus ist für die Üstra zu teuer
Hannover Aus der Stadt Hybridbus ist für die Üstra zu teuer
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21:25 17.02.2010
Ein Hybrid-Bus im Juli 2008 bei der Übergabe an die Üstra.
Ein Hybrid-Bus im Juli 2008 bei der Übergabe an die Üstra. Quelle: Ralf Decker (Archiv)
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Die Üstra hat für die Anschaffung weitere Hybridbusse einen Antrag auf finanzielle Förderung beim Bundesumweltministerium gestellt. „Grund sind die hohen Anschaffungskosten, die sich allein durch die Spriteinsparungen nicht amortisieren“, sagt Vorstandsmitglied Wilhelm Lindenberg.

Wissenschaftler vom Fraunhofer Institut für Fahrzeug- und Verkehrssystemtechnik in Dresden haben sich mit dem Ökobus befasst. Ergebnis: Das Fahrzeug, das vor allem auf der Linie 121 zwischen den Haltestellen Haltenhoffstraße und Altenbekener Damm eingesetzt wurde, verbraucht im Innenstadtverkehr knapp 49 Liter Diesel auf hundert Kilometern und damit etwa 23 Prozent weniger als ein herkömmlicher Bus und stößt pro Jahr 19,5 Tonnen weniger Kohlendioxid aus. Grund ist der zugeschaltete Elektromotor, der beim Bremsen gewonnene Energie in Antriebskraft umwandelt.

Außerdem erwies sich der Hybridbus als erheblich leiser und bekam sowohl von den Fahrern als auch von den Fahrgästen gute bis sehr gute Noten. „Der Einsatz von Hybridbussen lohnt sich auf Strecken mit niedrigen Reisegeschwindigkeiten, vielen Haltestellen und hohem Fahrgastaufkommen“, sagt Matthias Breitkopf vom Fraunhofer Institut.

Das sieht man bei der Üstra genauso, hat aber ein ökonomisches Problem: Ein Dieselbus kostet 320 000 Euro, ein Hybridbus 470 000 Euro. Lindenberg hofft nun, dass die Üstra sich aus dem insgesamt 20 Millionen Euro umfassenden Fördertopf des Umweltministeriums bedienen kann, mit dem 60 Prozent der Anschaffungskosten bestritten werden können. Kommt eine Zusage, würde laut Lindenberg auch die für den Nahverkehr zuständige Region Geld zuschießen.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Hersteller Hybridbusse in Serie fertigen, was die Preise drücken würde. Bisher handelt es sich bei den Fahrzeugen – das hannoversche stammt von der polnischen Firma Solaris – um Einzelstücke.

Bernd Haase