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Aus der Stadt Die Trucks der Zukunft
Hannover Aus der Stadt Die Trucks der Zukunft
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00:15 01.10.2014
Von Bernd Haase
IAA Nutzfahrzeuge zeigt den Truck der Zukunft.
IAA Nutzfahrzeuge zeigt den Truck der Zukunft. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Man müsste mal das touristische Potenzial der IAA-Nutzfahrzeuge für den Veranstaltungsort Hannover auswerten, es könnte sich möglicherweise lohnen. Aussteller und Fachbesucher aus aller Herren Länder, vorneweg die Chinesen, sind sowieso da. Am Wochenende dann wurde die Leistungsschau der Brummi-Branche zum Ausflugsziel mit familientauglichem Programm. Das lockte Besucher aus Berlin und Köln, Koblenz und Ulm, Fröndenberg und Bokel nach Hannover. Fröndenberg liegt an der Ruhr, Bokel bei Gütersloh.

Ein familienfreundliches Programm lockt Besucher aus ganz Deutschland zur IAA. Und die Aussteller lassen sich viel einfallen, um die Aufmerksamkeit der Gäste zu erregen.

Die Organisatoren hatten unter anderem eine Modellautosammlerbörse, Gelegenheiten zum Probefahren mit leichten und schweren Nutzfahrzeugen sowie mit Elektrotrucks, eine Oldtimerschau, eine Präsentation amerikanischer Highway-Giganten und schließlich, man höre und staune, eine Autogrammstunde mit Fußballtrainer Giovanni Trapattoni im Angebot. Die Aussteller taten ein Übriges - Mercedes zum Beispiel präsentierte das neue Modell aus seiner V-Reihe mit Feuer, Rauch und rockiger Livemusik, dargeboten von einer Band mit einer Sängerin, die leider nur auf den ersten Blick aussah wie Weltstar Pink. Trotzdem blickte sie in die Kameras unzähliger Handys.

Grob gesehen kann man die Wochenendbesucher in zwei Kategorien unterteilen: Zum einen Familien, bei denen häufig der Vater selbst in der Lastwagenbranche arbeitet, zum anderen Männergruppen mit Affinität zu Chrom und hohen PS-Zahlen. Für letztere war ein Stopp bei den US-Trucks Pflicht - beim 550-PS-starken Peterbilt 379 beispielsweise, den Fernfahrer Mario Kurth aus Krunitz bei Koblenz mal genauer inspizierte. Am Peterbilt ist alles größer als bei mitteleuropäischen Lastwagen, und doch bleibt Kurth skeptisch: „Sieht ja schön aus, das Ding, aber fahren möchte ich den nicht.“ Warum, sagte er nicht - Trucker sind manchmal etwas maulfaul.

Das kann man von Klaus-Peter Gerdes aus Bokel nicht sagen. Der Westfale hat 40 Jahre am Steuer auf dem Buckel, das Ende seiner beruflichen Laufbahn naht. Gestern stand er in der Oldtimer-Ausstellung vor einem Mercedes-Panoramabus, Baujahr 1966, aus heutiger Sicht lächerliche 55 PS unter der Haube. „Mit so einem Ding habe ich früher Kartoffeln zum Einkellern geholt, es waren meine ersten Lastwagenfahrten“, erzählte er. Der Wagen hatte zwar Führerhaus und Technik des Busses, aber für die Kartoffel- und ähnliche Transporte gab es doch ein Modell mit Pritsche. Hubertus Hennecke, Vorsitzender der bundesweit aktiven Nutzfahrzeug Veteranen Gemeinschaft, die für die Ausstellung der Oldies verantwortlich zeichnet, kennt solche Geschichten aus dem Effeff. Viele hörten zu. „Wir sind am Wochenende von den Leuten überrannt worden“, freute er sich.

Wie sich das Überrennen in Zahlen ausdrückt, wollte der Verband der Automobilindustrie als Veranstalter noch nicht sagen. „Wir haben keinen genauen Überblick, aber die Messe ist auf einem guten Weg“, teilte Sprecher Eckehart Rotter gestern Abend mit. Vor zwei Jahren hatte die Ausstellung zum gleichen Zeitpunkt 150 000 Besucher gezählt.

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