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Aus der Stadt Gericht stoppt Sanierung und Erweiterung der IGS Südstadt
Hannover Aus der Stadt Gericht stoppt Sanierung und Erweiterung der IGS Südstadt
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20:18 26.01.2018
Das Verwaltungsgericht hat die Sanierung und Erweiterung der IGS Südstadt gestoppt. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

 Der millionenschwere Ausbau von Hannovers Schulen bekommt einen Dämpfer. Das Verwaltungsgericht Hannover hat jetzt die Erweiterung und Modernisierung der Integrierten Gesamtschule (IGS) Südstadt gestoppt. Anwohner hatten Klage eingereicht, weil sie meinten, dass das Bauvorhaben dem Charakter ihres Wohngebiets zuwider laufe. Das Gericht stimmte dem Eilantrag zu. „Das dem Wohngebiet immanente ,Ruhebedürfnis’ werde infrage gestellt“, heißt es zur Begründung. Eltern von IGS-Schülern sind fassungslos

.Die Stadtverwaltung will Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg einlegen und vorsorglich den Bebauungsplan ändern. „Die Kapazität wird für die Schulversorgung in Hannover dringend benötigt“, teilt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus mit. Auf dem Schulgelände ist das Baugrundstück bereits vorbereitet worden. Je nach Ausgang des Verfahres wird sich der Baubeginn nun um zwei bis drei Jahre verzögern.Geplant war, die Schule am Altenbekener Damm um einen Gebäudetrakt zu erweitern sowie die alten Räume zu sanieren. Das Vorhaben sollte rund 32 Millionen Euro kosten.

In dem neuen Gebäudeteil werden nicht nur Unterrichtsräume und eine Sporthalle eingerichtet, sondern auch eine Kita mit 70 Betreuungsplätzen untergebracht. Kita-Eingang und Außengelände sollten entlang der Wißmannstraße liegen, einer engen Wohnstraße. Bewohner der Wißmannstraße kritisieren das Bauvorhaben schon seit Längerem. „Die Stadt hat kein Verkehrskonzept präsentiert“, sagt ein Anwohner. Wenn Eltern ihre Kinder zur Kita fahren, werde es eng. Gleiches gelte für den Anlieferverkehr zur geplanten Mensa. Zudem gebe es nicht genügend Parkmöglichkeiten, wenn Vereine am Nachmittag in der neuen Sporthalle trainieren wollen, sagt er. „Wir begrüßen die Entscheidung des Gerichts“, sagt Anwohnerin Claudia Keiser, zugleich Rechtsanwältin. Damit werde der Charakter des Wohngebiets und desssen „spezifische Ruhe“ erhalten.

„Die Stadt kann den Anwohnern nicht einen Schulkomplex für 720 Schüler mit stadtweitem Einzugsgebiet vor die Nase setzen“, sagt Keiser. Das verstoße gegen den Bebauungsplan.Das sieht auch das Gericht so. Das Viertel rund um die Schule sei ein Wohngebiet „de luxe“, sagt das Gericht und prägt einen neuen Begriff. Der geplante Schulkomplex sowie die Kita hätten eine „störende Wirkung“ auf das Quartier und sorgten für „Gebietsunruhe“.

Die Eltern der IGS-Schüler sind fassungslos. „Wie kann es sein, dass solche Argumente die Bildung unserer Kinder stoppen“, sagt Annette Pfennig, Vorsitzende des Schulelternrats. Zahlreiche Mails von verärgerten Eltern habe sie bereits bekommen. „Wir wollen jetzt eine Info-Veranstaltung organisieren“, sagt Pfennig. Sie hoffe, dass dann auch Anwohner erscheinen.

Von sbü

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