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Aus der Stadt Wie geht es weiter am Standort der IGS Südstadt?
Hannover Aus der Stadt Wie geht es weiter am Standort der IGS Südstadt?
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00:17 03.02.2018
Verwaiste Baustelle: Das Verwaltungsgericht stoppte die Erweiterung der IGS Südstadt. Quelle: Foto: Kutter
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Hannover

An der Integrierten Gesamtschule (IGS) Südstadt gibt es viele offene Fragen zur  Zukunft der Gesamtschule nach dem Baustopp. Ein Teil davon soll in der kommenden Woche  auf einer Informationsveranstaltung in der Schule beantwortet werden, zu der neben der städtischen Bildungsdezernentin Rita Rzyski auch Vertreter des Baudezernats sowie der Baurechtsabteilung anwesend sein werden. „Wir haben einen Fragenkatalog vorbereitet“, sagt IGS-Elternsprecherin Annette Pfennig.  Man wolle jetzt nicht in erster Linie einen Schuldigen suchen, sondern die Perspektiven für den Schulbetrieb ausloten.

Die IGS Südstadt kann vorerst nicht wie geplant saniert und erweitert werden. Der Grund: ein Gerichtsurteil sieht die Nachbarn gestört. Das sind die Hintergründe des Streits.

Anwohnerklage stoppte Umbau

Wie berichtet hatte eine Anwohnerklage vor dem Verwaltungsgericht in der vergangenen Woche dazu geführt, dass der bereits vorbereitete Bau eines Erweiterungstraktes sowie einer Kindertagesstätte auf Eis liegen.  Zur Begründung hieß es in dem Urteil, dass der Bebauungsplan von 1975 ein allgemeines Wohngebiet ohne zulässige Sondernutzungen vorsehe – das gelte auch für Schulgebäude. Die Stadt will dagegen Beschwerde einlegen.

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Lehrer, Eltern und Schüler treibt vor allem die Sorge um, dass die Kinder noch lange unter beengten Verhältnissen ohne ausreichend Fachräume unterrichtet werden müssen. „Zudem möchten wir wissen, was mit dem Schulhof passiert, ob der Bauzaun wieder verschwindet, wie schnell der Bebauungsplan geändert werden kann und ob zumindest mit der Sanierung des alten Traktes begonnen werden kann“, so Pfennig. Dann wiederum stelle sich die Frage nach Ausweichmöglichkeiten für die Schüler. „Vielleicht wieder Container, aber werden die dann baurechtlich auf dem Areal genehmigt?“

Denkmalschutz setzt Grenzen

Die Wünsche der klagenden Nachbarn könnten wohl nicht erfüllt werden, meint die Elternsprecherin. Eine Ausrichtung des Neubaus zum Altenbekener Damm scheitere am Denkmalschutz. „Außerdem hat es hier auch vorher schon eine Kita gegeben, wurde die Mensa über die Wißmannstraße beliefert und zwei Sporthallen ausgiebig genutzt – problemlos.“  Auch  aus der CDU-Ratsfraktion gibt es Kritik am Baustopp. „Bildungspolitisch ist das eine Katastrophe, die  mit einem kurzen Blick auf den Bebauungsplan hätte verhindert werden können“, betont Felix Blaschzyk, baupolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Zahlreiche Baupläne seien einfach nicht mehr zeitgemäß, da müsse die Stadtspitze handeln.

Fragen und Antworten zum Ausbau-Stopp

Der Ausbau der IGS Südstadt ist rechtswidrig, meint das Verwaltungsgericht Hannover. Das Schulzentrum verstoße gegen den Charakter des Wohngebiets. Die wichtigsten Fragen und Antworten. 

Von Susanna Bauch