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Aus der Stadt Ideenexpo: Die Suche nach dem Technik-Nachwuchs
Hannover Aus der Stadt Ideenexpo: Die Suche nach dem Technik-Nachwuchs
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20:44 16.06.2017
Von Bärbel Hilbig
MTU-Azubi Sebastian Christ (Mitte) zeigt Haider Salah (links) und Mario-Marco Berger eine Flugzeugturbine. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Ob sich tatsächlich einer der vielen jungen Besucher der Ideenexpo bei Wabco bewerben wird? Heiko Bölke vom Talentmanagement der Firma ist sich noch unsicher, was er erwarten darf.

„Wir hoffen das“, sagt der 51-Jährige. Immerhin hat er Gespräche mit rund 15 sehr ernsthaft Interessierten geführt. Die Firma hat noch keine Probleme, Ausbildungsplätze zu besetzen. Aber Zahl und Qualität der Bewerber hätten jüngst stark abgenommen, berichtet der Personaler.

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Wabco ist zum ersten Mal bei der Ideenexpo dabei. Die Azubis haben eine große Testbahn mit Modell-Lkw komplett selbst entworfen, programmiert und gebaut. Per Tablet-Computer dürfen Schüler die Fahrzeuge steuern, die automatisch bremsen, sobald ein Hindernis auftaucht. Das zeigt ganz gut, was die Lkw-Zulieferfirma macht: Sicherheitstechnik wie Bremsen und Stabilisierungssysteme für Nutzfahrzeuge. Bölke ist deshalb auf die Azubis enorm stolz - und vom Ansturm der Besucher überwältigt. Und gleich zwei Bundesministerinnen haben vorbeigeschaut. „Für unser Image ist das super.“

Direkter Effekt? Eher nicht

An einen direkten Effekt der Ideen­expo auf Stellenbesetzungen glaubt Komatsu-Ausbilderin Alina Nolte eher nicht. „Zu unserem Stand kommen Kinder zwischen sieben und 14 Jahren. Ob sich später mal einer als Azubi speziell bei uns bewirbt, lässt sich wohl nicht zurückverfolgen.“ Das sei aber zweitrangig, meint die 22-Jährige. „Wir erhoffen uns für unsere gesamte Branche, dass Schüler später eine gewerblich-technische Ausbildung machen.“

Dafür hat sich die Baumaschinenfirma einiges einfallen lassen. Kinder dürfen in eine echte Baggerkabine klettern und dort per Steuerknüppel lenken und Erde ausheben. Das allerdings virtuell, sichtbar auf einem Bildschirm. Die Azubis haben ein Dreivierteljahr lang eine Fertigung für Miniatur-Muldenkipper ausgetüftelt und gebaut. Junge Besucher sind dort eifrig dabei, mit Zangen, Hammern und Pressen kleine Fahrzeuge aus Blech zurechtzubiegen.

MTU hat sogar eine große, freigelegte Flugzeugturbine mitgebracht, an der die Azubis Sebastian Christ und Jonathan Adlers-Flügel neugierigen Schülern die Funktionsweise erklären. Noch anschaulicher sind kleine einfache Modelle, an die der 18-jährige Adlers-Flügel einen Fön hält, um physikalische Effekte wie den Auftrieb zu erläutern. Selbstverständlich sind die von den Azubis selbstgebaut.

„Zu unserem Stand kommen Besucher, die sich einfach für Technik interessieren, bis hin zu Schülern und Studenten, die ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz suchen“, berichtet Ausbildungsmeister Stefan Heinze. Dieses Jahr hat MTU tatsächlich einige Bewerbungen von Jugendlichen bekommen, die auf Events wie der Ideenexpo oder der Langen Nacht der Berufe auf die Triebwerksspezialisten aufmerksam geworden sind. „Wir sind zwar ein großer Arbeitgeber in der Region, aber relativ unbekannt. Hier können wir uns gut präsentieren“, bilanziert Heinze. Manche Besucher von auswärts blieben sogar mehrere Tage, um alles auf der Ideenexpo auszuprobieren.

Beim Gießerei-Zulieferer Hüttenes-Albertus ist die Warteschlange lang, weil Kinder selbst einen Fidget Spinner gießen können. Die Kreisel sind gerade mächtig in Mode. Und damit eine Hilfe dabei, neugierig auf Technik zu machen.

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